Mini Alpencross

Hallo liebe Freunde, es gibt uns noch. Leider fordern uns diverse andere unwichtige Tätigkeiten derart, dass wir gar nicht mehr zu den wichtigen Sachen wie Blogeinträge schreiben kommen. Und darum verpasst ihr auch so wichtige Themen wie Lautsprecher bauen oder den Grand Canyon du Verdon. Aber jetzt wollen wir doch mal wieder. Dank superpraktischer Feier- und Brückentage hatten wir gerade vier Tage am Stück frei und es bietet sich natürlich an an diesen ein wenig Fahrradfahren zu gehen. Logisch, oder? Meine weitaus bessere Hälfte hat entschieden mit zu wollen und so hab ich die ein oder andere dem gesunden Menschenverstand nur schwer nahezubringende Idee aus- und dafür jede Menge Essen eingepackt. Manche Menschen haben nämlich große Brüder mit noch größeren Magen und darum die stetige Angst zu verhungern. Dem wollte ich vorbeugen und da ich ansonsten nicht so viel brauch hab ich einfach ein gutes Drittel meines Rucksacks mit Essen gefüllt…

Gut, Packen ist langweilig, lasst uns fortschreiten. Am Samstag morgen, um ziemlich früh (da hatte Morgenstund definitiv noch nicht Gold im Mund) sind wir auf unsere Fahrräder gestiegen und zum Bahnhof gerollt. Dort in den Zug und erst mal durchs Rheintal geeiert. Dann von der langweiligen SBB in die weitaus aufregendere RHB (die haben noch Fenster die man aufmachen kann, ordentlich Platz für Fahrräder und großartige Strecken) umgestiegen. Dieser Zug hat uns am frühen Vormittag in Scoul entlassen und wir konnten uns wieder dem besten Verkehrsmittel der Welt zuwenden. Zunächst leicht bergab über Feldwege, vom Bahnhof zum Bach zum Seitental. Nach 20 min. hatten wir 20% der geplanten Tagesstrecke geschafft. Doch dann ging es bergauf. Immer an einem kleinen Bach entlang durch eine Schlucht. Mal flach, mal steil, steil, immer bergauf. Irgendwann ein Schild: “Fahrräder stossen!”. Nein, nicht in die Schlucht hinab, so nennt der Schweizer das schieben. Und das war auch begründet, hatten wir doch das erste Highlight der Tour erreicht, den oberen Teil des Valle d´Uina, die Uinaschlucht. Irgendwer hat da mal einen Weg in die Felswand geschlagen und gesprengt, teilweise im Tunnel, teilweise ist die Seitenwand offen. Sehr beeindruckend und Bilder werden wir nachliefern. Vielleicht…

Oben ging es dann durch ein schönes Hochtal zur Sesvanna-Hütte, die leider schon für die Nacht belegt war (was zu unserem ursprünglichen Plan passte – leider jedoch nicht zu spontan auf der Hütte entwickelten Ideen – aber Ideen laufen  ja nicht davon). Also Apfelstrudel und wie geplant äußerst langweilig ins Tal hinab nach Mals gerollt. Dort ein nettes Hotel gefunden, mit super Speisekarte: 6 Hauptgänge, 5 davon: “geil, will ich!” und kurz vor Einbruch der Dunkelheit im Bett verschwunden. Kurz darauf kam dann noch das angesagte Gewitter vorbei.

Somit waren wir um 8 schon wieder fit um das Frühstück zu genießen. Die besten Semmeln die ich je gegessen hab (zumindest die besten an die ich mich erinnern kann). Und anschließend wieder aufs Rad, gemütlich das Müstairtal hoch gerollt, irgendwann links abgebogen auf die “strada del vino e del sale”. Was die alten Römer wohl durch dieses beeindruckend schöne Hochtal transportiert haben? Jetzt wohnen da noch ein paar Pferde und Kühe und genießen den Ausblick auf die Ortlergruppe. Wir waren recht fidel unterwegs, ein wenig dehydriert und immer kurz vor der Regenwolke – aber meist im Sonnenschein. Irgendwann knickt die Salz- und Weinstraße ins Val Mora ab. Ein wunderbarer Weg durch ein wunderschönes Wäldchen. Immer am Bach entlang. Mal wieder. Nur diesmal echt schöner. Wenn nicht das Wetter gedroht, und der Hunger gezogen hätte, wir hätten es länger dort ausgehalten. Für den Hunger haben wir unsere relativ einfache Herberge mit engen Doppelstockbettzimmern ausgestatte Herberge am Doppelstausee Lago die San Giacamo die Fraele udn Lago die Cancano aufgesucht (Warum man eine Staumauer zwischen zwei Stauseen hochzieht ist mir nicht so ganz klar). Dort gab es zwischen Duschen und Abendessen noch einen kleinen Spaziergang um auf den See zu schauen – nach 2 Minuten hat ein Gewitter dem aber ein Ende bereitet. Also rein, vor den Kachelofen und Abendessen – und natürlich wieder ins Bett bevor es dunkel wurde.

Am nächstan Tag durfte meine Frau dann lernden, dass eine Tour mit nur 500 hm Aufstieg durchaus die anstrengendste sein kann (die Tage davor hatten mindestens das doppelte). Auf unserem Weg begegneten wir zunächst einem Verbotsschild, das wir, zwei Italiener die des Weges kamen zum Vorbild nehmend, ignorierten. Kurz darauf fanden wir den Grund für das Verbotsschild. Ein wenig Wasser war den Hang hinabgeflossen, der Weg war weg, große Haufen an seiner Stelle. Aber man fährt ja weder E-Bike noch Motorrad, man kann ja tragen. Kurz darauf noch eine ähnliche Stelle und dann war der Weg wieder frei. Bis ins Val Viola. Es zog sich und zog sich, nur 500hm, aber eben in dünner Höhenluft (bis auf 2465m) und ausreichend Wasser hatten wir auch nicht dabei (wir hofften auf Quellen die wir nicht fanden). Am Pass gab es dann die Möglichkeit den Wanderweg oder einen neuen Weg für Mountainbikes zu wählen. Als jemand der schon vor 10 Jahren Mountainbike fuhr hat man natürlich gelernt dem Mountainbike-Weg zu misstrauen und wählt den Wanderweg. Was sich in der Retrospektive als Fehler erwies. Oben wars erstmal schwer zu fahren, kurz darauf dann unmöglich. Zum Abschluss durften wir unsere Fahrräder noch ein Stück den Berg hinauftragen. Als wir den schönen Weg dann jedoch wieder und einen kleinen Bach leergetrunken hatten ging es jedoch weitaus besser an den angeblich schönsten Seen der Erde vorbei. Direkt an der Alp Saoseo bestand der Weg aus lautsprechergroßen Felsen die zu einem Pflaster zusammengefügt waren, die Qualität war jedoch bei weitem nicht römisch, sondern deutlich gröber (vermutlich waren zur Bauzeit keine Sklaven mehr verfügbar). Dort kam es zu folgendem Dialog zwischen einer  Wanderin und mir (ich hatte angehalten um sie vorbeizulassen):

“Mit em Velo?”

“Schon!”

“Geht das?”

“Ja.”

“Wo kommt ihr her?”

“Von drüben.” (Ich zeigte in Richtung Nachbartal)

“Nein, wo seid ihr losgefahren?”

“In Scoul.”

“Alles heute?”

“Nein, wir sind seit drei Tagen unterwegs erst… blablabla…”

“Ah, und das Gepäck alles da drin?” (zeigt auf den Rucksack)

“Ja.”

“Na dann viel Spaß. Und vorsicht, gibt Steine!”

Ja, das hatten wir auch schon gemerkt, es gab ja praktisch nichts anderes. Ausser den Kuchen kurz darauf. Danach sind wir dann aufgrund fortgeschrittener Zeit und Müdigkeit möglichst zügig nach Poschiavo abgefahren um festzustellen, dass alle Zimmer ausgebucht waren. Aber gleich daneben, da gabs noch eine schnucklige Pension. Essen gabs natürlich auch, und das beste, man musste gar nicht entscheiden was man wollte. Es kam einfach. Beim Essen kam es dann zu folgendem Dialog:

“Was machen wir heute noch?”

“Können wir nicht einfach ins Bett gehen?”

“Man kann doch nicht schon um 9 ins Bett gehen!”

“Warum nicht?”

Ja, das Argument hat gezogen.

Der nächste Morgen wurde ein bisschen stressig. Rückreise, der Zug Nr. 1 fuhr 1 1/4 Stunden nach Frühstücksbeginn. Zug Nr. 0 ließ 1/4 Stunde Zeit. Wir haben also die nette Wirtin ein wenig gestresst und waren um 10 vor Zug mit Frühstück und bezahlen fertig. Beim losfahren beschlossen wir: “Du fährst vor und holst schon mal Karten!” (Wiso kann man diese bekackten Fahrkartenautomaten nicht einfach mal in den Zug einbauen? Da hätte man Zeit sich durch diese Menüführung zu arbeiten – und die Automaten der RHB sind nochmal gemütlicher als alle anderen die ich kenne). So geschah es dann auch, Person 1 fuhr zum Bahnhof und holte Karten, Person 2 fuhr wenige Sekunden hinterher – und am Bahnhof vorbei. Als die telefonische Kommunikation aufgebaut war fuhr dann der Zug auch schon los. Ohne Person 1 und ohne Person 2. Wir wussten aber, dass der Zug im nächsten Ort 5 Minuten Aufenthalt hatte. Und da Person 2 ehh schon fast im nächsten Ort war hat Person 1 mal einen kleinen Sprint eingelegt.

Nachdem Person 1 im Zug wieder Atem gefunden hatte und die gegenseitigen Schuldzuweisungen friedlich beigelegt waren konnten wir uns der Kultur zuwenden. Was Zugfahren mit Kultur zu tun hat kann man die UNESCO fragen – Zugfahren auf einer Weltkulturerbestrecke ist jedenfalls höchst interessant. Langsam schraubt sich der Zug den Berg hinauf und das Tal wechselt nach jedem Tunnel die Seite. Wie macht es das blos? Weiter oben sieht man dann Berge, Gletscher, Seen und Bäume. Wirklich beeindruckend. Und traurig. Traurig, weil man sieht wie die Gletscher immer weniger werden.

Am Ospizio Bernina, also nahe dem Berninapass sind wir dann wieder ausgestiegen. Genug der Kultur, Fahrrad fahren! Wir hatten Option 1: Einfach am Bach entlang kullern (intelligenterweise waren wir am höchsten Punkt der Bahnlinie ausgestiegen) und weiter unten wieder einsteigen. Oder erstmal noch so nen kleinen Gipfel, den Lagalp direkt neben dem Pass umrunden. Wir trennten uns einmal mehr, diesmal hat Person 2 den besseren Riecher bewiesen, die Umrundung war wenig lohnenswert. Das Treffen klappte diesmal ohne Probleme und den Rest des Weges kullerten wir das Tal hinab. Zuerst ganz sanft, später wurde es dann noch richtig Steil, aber wo Uphill-Könige mit ihren E-Bike-Frauen Spaß beim hochfahren haben fahren wir mit dem größten Vergnügen hinab. Am Ende des Weges waren wir dann auf einem sehr lebhaften Parkplatz angekommen, aber die vielen Menschen, Autos und wirren Schilder… Wir mussten uns auf eigene Faust unseren Weg suchen. Klappte auch ganz prima, einfach durch den Campingplatz und die Kiesgrube, durch den Wasserablauf unter der Bahnlinie und schon waren wir wieder auf dem Weg von dem wir noch nicht wussten, dass wir darauf wollten. Kurz später begegneten wir dann noch zwei iunge Herren mit Schaltungsproblemen. Da das beheben mit der eingeschränkten Werkzeugauswahl nicht möglich war fuhr der eine der jungen Herren kurz darauf ohne Schaltung weiter. Nunja, Vermieter die ihre Schaltungen nicht ordentlich einstellen brauchen sich auch nicht wundern, wenn hinterher ein Stück Kette fehlt…

Und dann hatten wir Rückenwind. Der letzte Kilometer zum Bahnhof war in 2 Minuten erfahren. Dort dann wieder in den Zug – kleine Empfehlung am Rande: Bis nach Samedan Fahrradfahren, da kann man nämlich wieder in den Weltkulturerbezug einsteigen. Wenn man früher einsteigt muss man umsteigen. Der Rest der Strecke ist im Internet sicherlich ausreichend beschrieben. Kleiner Tipp nur: Man sollte die Nase nicht zu weit aus dem Zug halten, Tunnel kommen überraschend. Außer dem Schreck ist nichts passiert.

Und dann waren wir irgendwann wieder zu Hause. Und gerade als wir zu Hause (und Person 2 unterwegs zum Metzger) waren kam natürlich – na, wer erräts? – das Gewitter. Nunja, Person 2 war nass und hungrig (gut für die Laune), Person 1 hat festgestellt, dass das Gas vom Grill alle war und morgen dürfen wir wieder arbeiten…

Die schönste Art zu… (Teil 2)

Also ich würde mit Teil 1 anfangen…

Wo waren wir stehen geblieben? Achja, wir haben aktuell genau 80 Kommentare auf unserem Blog. Und dann haben wir noch ungefähr 10.000 die wir gelöscht haben, weil Spam…

Fliegen. Wir wollten fliegen. Und nach der Sicherheitskontrolle sind wir mit dem Bus auf das Flugfeld gefahren. Also mit nem kleinen Bus. Obwohl unser Fluggerät das längste derzeit in Betrieb befindliche ist (wenn ich das richtig verstanden habe – damit sind wohl die meisten eurer Vermutungen raus) hat es nur 12-14 Sitzplätze. Im Bus gab es die Sicherheitseinweisung: “Unter Ihren Sitzen befinden sich Schwimmwesten. Können sie im Notfall auf der Karte im Sitz vor Ihnen nachlesen…” Das kam wohl auch ein wenig anders an als es gemeint war. Und dann kam das Ding angeflogen und ist gelandet. Unsere Vorgängerrundfluggäste durften immer paarweise aussteigen, nachdem wir paarweise eingestiegen waren. Das war notwendig um das Gewicht möglichst konstant zu halten. Man will ja nicht leichter als Luft werden. Und damit dürfte dann auch dem letzten klar geworden sein, dass wir ein Luftschiff gefahren sind. Oder genauer gesagt, mit dem Zeppelin NT geflogen sind (bei dem Ding spricht man von fliegen und nicht von fahren, da er mit ein wenig Übergewicht startet und die Rotoren an den Motoren ihn hochheben – wie einen Hubschrauber. Ein sehr faszinierendes Fluggerät übrigens. Den Wikipedia-Artikel dazu kann man sich durchaus mal durchlesen (also vermute ich mal, ich hab erst angefangen ihn zu überfliegen). Und dann ging es los. Erst hinten ein Stück hoch, dann wieder vorne, links und rechts, hier und da. Halb senkrecht-schräg nach oben. Das sind Bewegungsdimensionen die man bisher so nicht kannte. Viel besser als Flugzeug finden wir. Was sicherlich auch daran liegt, dass man richtig viel sieht weil die Fenster riesig und nach außen geneigt sind. Man kann auch senkrecht nach unten gucken. Das ruhige Schweben das man erwartet stellt sich hingegen nicht ein – die Motoren und Rotoren machen doch ganz schön Radau und Schalldämmung war wohl im Gewichtskonzept nicht vorgesehen. Der Zeppelin ist 75 Meter lang (ein paar cm mehr als ein A380 – etwa so lang wie dreieinhalb Reisezugwagen) und wiegt  schnucklige 11 Tonnen (Ein A380 hat gut 250 und die dreieinhalb Reisezugwagen etwa 140). Wenn man praktisch so schwer sein möchte wie Luft sind eben wenig Reserven für so etwas. Aber ihr wollt ja nicht mit technischen Details gelangweilt werden sondern mit Flugeindrücken unterhalten, richtig? Nun, die waren sehr unterhaltsam. Die Reiseflughöhe (100-300m) war recht zügig erreicht. Auf der Anreise haben wir uns ja noch über das mittelschlechte Wetter geärgert – aber der Wind war dort oben doch zu merken. Das war lustig. Dafür kann man auch mal aufs Alpenpanorama verzichten. Das ist ehh nicht so spannend, weil man ist gar nicht so hoch. Nach unten gucken ist viel interessanter, weil man ist ja gar nicht so hoch. Das schaut alles aus wie Modelleisenbahn da unten. Aus dem Flugzeug sieht man ja Straßen und Häuser. Aus dem Zeppelin sieht man Menschen, kann vereinzelte Autos erkennen (die aktuellen Fiat Ducatos mit der markanten Schnauze gehen beispielsweise ganz gut) oder entdeckt Strauße (also falls man über eine Straußenfarm fliegt. Ja, der Vogel Strauß ist gemeint). Aber ich greife vor, auf Reiseflughöhe angekommen durften wir uns abschnallen und durch die Kabine laufen und überall Fotos machen. Die Kabine hat relativ viel Platz pro Passagier. Platz ist im Zeppelin nicht so rar, wiegen darfs halt nichts. Und so flogen wir erstmal quer über den Flugplatz, konnten da die Schneepflüge, Flugzeuge und das Dornier Museum (das zu Besuchen sich im Gegensatz zum Zeppelin-Museum nicht so richtig lohnt – das Zeppelin-Museum aber sehr) von oben sehen und anschließend gings über Friedrichshafen. Ein grandioser Detailreichtum auf dieser Modelleisenbahnplatte. Wirklich! Über Zeppelinmuseum (Vater, wir haben auf dem Rückweg nachgeschaut, deine DVDs waren nicht ausverkauft) und Hafen ging es anschließend auf den See hinaus. So ne Flußmündung aus einigen, wenigen 100m Höhe ein sehr faszinierendes Bild. Über dem See wurde es ein wenig ruhiger in der Kabine. Es gab nicht mehr ständig was neues zu entdecken und man gewöhnte sich ein wenig an das ungewohnte Fluggefühl (sprich der Magen hörte auf sich über das ekelhafte Radler vorher zu beklagen). Aber toll war es trotzdem noch, ein paar Boote und Schiffe waren unterwegs und so. Jenseits des Sees ging es über Schweizer Landschaft. Ein günstiger Zeitpunkt um euch ein weiteres wahnsinnig gutes Feature des Zeppelin vorzustellen: Im Gegensatz zu modernen Reisezugwagen und dem A380 kann man das Fenster aufmachen. Also in der gesamten Kabine gibt es nur zwei Fenster die sich öffnen lassen aber das reicht für 12 Personen ja auch locker aus. Nicht zum lüften, zum Fotos machen ohne Scheibenspiegelungen und – mein Favorit – man kann den Kopf raushalten. Schon ganz ordentlich Fahrtwind da oben (wir sind glaube ich 70km/h geflogen).

Ja, so sind wir weiter geflogen. Ich glaube es ist jetzt nicht so unterhaltsam euch jedes Pferd, jeden Baum und jeden Gastank zu beschreiben, den wir gesehen haben. Darum werde ich langsam zum Ende kommen mit der Wendung die wir über dem Kloster von St. Gallen (Fussballplatz auf dem Klosterhof!) vollzogen haben. Ich weiß gar nicht wie ich das weiter beschreiben soll, aber auch Kurven sind mit dem Ding anders als gewohnt – und machen Spaß. Ja und dann sind wir wieder zurückgeflogen. Die nächste Gruppe wartete schon in Zweierreihen. Und wir sind breit grinsend ausgestiegen…

Und dann gab es sogar noch einen Sekt. Und eine Urkunde. Ich glaub die häng ich mir auf. So ne Urkunde dafür, dass ich gar keine Leistung erbracht habe finde ich super. Und ohne den Sekt wäre es meiner Frau schwer gefallen die ganze Geschichte bei dem Preis zu verstehen. Ja der Preis ist schon enorm. Wenn man da zu zweit mitfliegt würde das Geld auch fast für ein neues Fahrrad reichen, auf jeden Fall aber locker für nen Gebrauchtwagen (ihr braucht nicht nachgucken, ihr erschreckt nur…). Lohnt sich das? Also wenn man es geschenkt kriegt auf jeden Fall (vielen Dank nocheinmal liebe Schenker!!!). Ein ganz großartiges Erlebnis!

So, jetzt wisst ihrs, die Vorfreude dürft ihr euch trotzdem behalten, neben mir wird an Teil 3 gearbeitet – viel besser als Text – Bilder!

Die schönste Art…

… zu reisen ist der… Doch lasst uns von Beginn anfangen.  Wir sind ja nun seit einiger Zeit verheiratet und heiraten hat ja nebein einigen anderen auch noch den großen Vorteil dass man Geschenke kriegt. Also nicht nur das dicke, ähh, ich mein große, das man sich selbst ausgesucht hat, nein auch noch viele andere (Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an alle Beteiligten. Wir haben vor kurzem nochmal einige Geschenke in Betrieb genommen und uns sehr darüber gefreut! Und ich weiß noch von mindestens einem was noch nicht geöffnet ist – aber da ist auch Beton als Verpackungsmaterial verwendet worden). Und manche Hochzeitsgeschenke sind dann auch noch massiv jenseits des Erwartungshorizonts. Ich glaub ein derartiges Erwartungs-/Resultatverhältnis haben die meisten von uns zuletzt an ihrem etwa vierten Geburtstag erlebt. Und eine dieser Geschichten war etwas zum erleben und das haben wir heute endlich mal in Angriff genommen. Und darauf bereitet man sich am besten mit einem Frühstück im Bett vor. Und anschließend gehts los, die ersten Meter zu Fuß, danach aufs Schiff (hihi, wir sind in der glücklichen Lage zu Fuß zum Hafen laufen zu können, aber auch in der unglücklichen, dass sämtlliche Verkehrsverbindungen in Richtungen wo Wasser ist eher nicht so gelungen sind). Auf der Überfahrt haben wir glücklicherweise nochmal unsere Dokumente angeschaut, sonst wären wir am falschen Startort gelandet und dann wären wir wohl nicht gestartet. Das Wetter war passend. Also hochzeitlich. Also tendentiell, nicht ganz so ausgeprägt. Also doch sehr anders als wir es uns gewünscht hatten. Vom Hafen sind wir dann mit dem Bus gefahren, und sogar das hat Spaß gemacht. Unser Busfahrer schien die dynamischen Möglichkeiten des Busses – wenn er gerade mal konnte, was in Friedrichshafen eher nur Ausnahmsweise der Fall ist – durchaus nutzen zu wollen. Und dann waren wir da. Erstmal einchecken und warten. Viel los war nicht, man konnte sich eigentlich nur ins Restaurant setzen. Und dann kam der Sicherheitscheck, wie an nem ricchtigen Flughafen, nur mehr verbal: “So, alle die spitze Gegenstände dabei haben dürfen die jetzt mal hier rein legen, die kriegt ihr nachhher wieder.” Ganz ohne Metalldetektor, aber sicherlich ähnlich effektiv (fragt mal in eurem Bekanntenkreis was die schon alles im Flugzeug dabei hatten, also im Handgepäck. Ihr werdet erstaunt sein…). Langsam wirds Zeit, dass ich verrate worum es geht, oder? Häppchenweise vielleicht. Nach der Sicherheitskontrolle ging es dann aufs Flugfeld. Und es war tatsächlich ein richtiger Flughafen. Und dann sind wir geflogen. Es war super. Und dann haben wir ne Urkunde gekriegt und nen Sekt und waren gut gelaunt und sind wieder nach Hause gefahren… Ah, und im Buchladen waren wir noch und haben zwei Bücher gekauft. Und die Verkäuferin hat noch EIN Lesezeichen draufgelegt. Den Humor in meinem empörten “für zwei Bücher?” hat sie glaub ich nicht so ganz verstanden.

Hmm, irgendwie fehlt glaub ich noch was. Ich glaub ich muss noch nen zweiten Teil schreiben. Aber jetzt gibts essen!

Schon fast Weihnachten… (Teil 2)

… Ja, das Schnorcheln, natürlich ist das nicht albern, aber wir waren uns einfach einig, dass Tauchen mit Flaschen sicherlich viel spannender ist und in Schnorchelwassertiefe hätten wir sowiso nur aufgewirbelten Sand gesehen. Die See war lebhaft an diesem Tag (ihr wisst schon, im Winter ist das Wetter manchmal nicht so Bombe). Also haben wir einen “Discover Scuba Diving”-Kurs gebucht, ein Anfängerkurs mit keinem anderen Ziel als das ganze mal auszuprobieren. Zunächst gab es ein wenig theoretischen Unterricht in Form eines Videos (auf einem Laptopbildschirm der bei den gegebenen Umgebungsbedingungen nicht hell genug war um tatsächlich viel zu erkennen). Anschließend wurden wir an einen halbwegs flachen Strand gefahren. Dort übten wir den Umgang mit den Gerätschaften. Das war schon ganz lustig, aber rein optisch nicht so spannend, eher so wie Sandsturm unter Wasser. Anschliessend warteten wir dann darauf, dass uns unser Boot wieder abholt und ein Stückchen raus fährt. Dort haben wir dann alles wieder angelegt und sind “platsch” ins Wasser gehüpft. Entlang der Ankerleine ging es dann nach unten. Nach ein paar Metern, also vielleicht so in 2-3 Metern Tiefe hat meine Frau dann aufgrund von ein wenig Wasser im Mund beschlossen ein wenig panisch zu reagieren und zügig wieder aufzutauchen. Unser Tauchlehrer natürlich hinterher. Und plötzlich war ich allein da unten. Von unten sah die ganze Geschichte so aus, als wär mein Auftauchen nicht nötig und so hab ich mich weiter vorgetastet. Als es mir gerade ein wenig zu Einsam werden drohte kam ein kleiner, freundlicher Fisch vorbei und hat mal “Hallo” gesagt. Am Anker angekommen hab ich dann auf die anderen gewartet, nach einem kleinen Theorie-Kurs Upgrade konnte es da nämlich auch weiter gehen. Unten angekommen nahm unser Tauchlehrer meine Frau an die Hand und führte uns durch ein paar Korallenriffe. Auch da war ganz schön viel Sand aufgewirbelt, aber ein bisschen was hat man schon gesehen. Nach knapp 10 Minuten mussten wir dann leider schon wieder umkehren, da meine Atemluftreserven zur Neige gingen. Tja, das Ziel war erreicht, meine Frau wollte schon immer mal tauchen und ich war neugierig wie die Geräte funktionieren. Man weiß ja nie, ob man nicht dereinst plötzlich allein, umgeben von Geldhaien irgendwo aufwacht, und der einzige Ausweg durch ein paar Poolverbindungskanäle ist und ganz zufällig noch Tauchgerät herumsteht. Also soll ja vorkommen und man will ja vorbereitet sein… Check. Die Rückfahrt war feucht und schaukelig, die rauhe See bedachte uns mit Wellen und Spritzern. Aber alles im grünen Bereich. Anschließend zurück zu unserem Ferienhaus, wo die frisch verheirateten schon eingetroffen waren. Eigentlich wollten wir ja vor deren Eintreffen bereits verschwunden sein, aber naja, das jamaikanische Zeitverständnis macht das Planen doch ein wenig komplizierter, oder lasst uns lieber sagen, man muss die Planung ein wenig flexibler gestalten. Abends gabs dann noch ein wenig Jamaikanisches Essen (ich glaub da darf meine Frau mal noch nen ausführlicheren Bericht drüber schreiben), mjamm, mjamm, echt lecker. Und am nächsten Tage fuhren wir schon zurück nach Kingston, wo wir noch ein paar Tage verbringen wollten. Abends Domino und Essen am Strand. Dann kam Weihnachten. Aber Weihnachten jenseits der 25°C zählt nicht, dazu schreib ich nichts. Wir waren noch ein wenig Wandern ausserhalb von Kingston, und dann haben wir noch nen Dragstrip besucht. Eine alte Militärpiste, auf dem Beschleunigungsrennen ausgetragen wurden. Ich durfte auch mal probieren. Aber so nen Mini Countryman ist halt auch als Cooper S jetzt nicht unbedingt beeindurckend von den Beschleunigungswerten her. Etwa 16 Handgestoppte Sekunden auf der Viertelmeile, falls das jemandem was sagt. Und anschliessend noch Fisch essen am Strand. Direkt aus dem Meer auf den Grill und von da auf den Teller. Ich mag ja eigentlich keinen Fisch, aber den hab ich runter gebracht. Und der DJ im Restaurant war ganz gut. Und hatte zwei über mannshohe Lautsprechertürme am Start. Große Lautsprecher gibts hier ehh viele. Tja, wir nähern uns dem Ende, wir waren noch auf ner Soca-Party. Soca ist Musik von der Nachbarinsel (Trinidad). Der praktizierte Tanzstiel war wohl nicht unbeding Soca-Regelkonform, veranlasste meine Frau aber dazu sozialstudien anzustellen. Recht, ähh, sexuell das ganze. Und dann waren wir noch Mountainbiken. Ich meinte ja schon in der Planungsphase, dass das eine eher mutige Idee sei, in einem Entwicklungsland mit geliehenen Mountainbikes Fahrrad fahren zu gehen, aber meine Frau plante trotzdem. Es war dann auch eine sehr interessante Erfahrung. Mein Fahrrad war mal billig gewesen und inzwischen sehr verbraucht. Immerhin, ich hab nen Gang gefunden in dem ich mit maximal halber Maximalleistung fahren konnte ohne dass die Kette sprang (es sei denn ich bin durch ein Schlagloch gefahren).  Berghoch ging es eine eine kurvige Straße in den Nationalpark,  unser Begleitfahrzeug immer direkt hinter uns (nervige Angelegenheit sag ich euch). Aber trotzdem, mal wieder bewegen in der kühleren Bergluft tat richtig gut und oben angekommen wurde erstmal lecker gegrillt. Das war super. So albern das hier mit dem Mountainbiken ist, das Grillen funktioniert…

Ja, und jetzt sitzen wir am Flughafen und warten auf unseren Flieger, der gerade mit 2 Stunden Verspätung aus Kanada kommend gelandet ist. Gut für euch, weil so sitze in dem Flughafen hier rum und hab nichts anderes zu tun als Blog zu schreiben (achja, lecker Essen gabs natürlich auch nochmal zum Abschied). Weniger gut für uns, weil wir direkt im Anschluss an den Flug noch weitere Pläne haben und erstens fehlt uns dann da die Zeit und zweitens fehlt uns dann noch mehr Zeit, weil unser Gepäck erstmal abholen müssen um es direkt für die zweite Flughälfte wieder einzuchecken…

Fotos, Essensbericht und weitere Ereignisse folgen. Vielleicht…

Schon fast Weihnachten…

Da lädt der liebe Kollege S. mit seiner Frau auch gern mal zur Weihnachtsfeier ein. Anschliessend dann noch schnell 4 Stunden Autofahren, 2 Stunden schlafen und rein in den Flieger. So nen alberner Inlandsflug nach Wien. Halbvoll. Kann man das eigentlich nicht mit der Bahn machen? Vermutlich wärs teurer gewesen, will ja schließlich nem Premiumanspruch gerecht werden. Die Bahn… Landen, aussteigen, umgucken (ich weiß noch, dass es Wien war, aber fragt mich nicht wie der Wiener Flughafen aussah, ich erinnere mich nicht) und bumm, wieder rein in den Flieger. Starten, essen, aus dem Fenster gucken, Filme, schlafen und schon sind die 8 oder 10 Stunden geschafft, in Flugzeugen und im Internet verliere ich immer das Zeitgefühl. Aussteigen, erstmal strecken, der Kanadische Zoll haut nen Stempel in den Pass (halbvoll inzwischen das Buch) und rein in die Stadt. Erstmal mit dem ÖPNV ins Hotel. Nordamerika ist erstaunlich normal geworden für uns. Es ist gar nicht mehr fremd. Oder das Straßenbild hat sich einfach zu sehr gewandelt. Nur noch “normale” Autos, und den Rest gibts halt inzwischein bei uns auch. Schade eigentlich. Da geht Identität verloren. Raus aus der U-Bahn und rein in die Tram. Schaut fast aus wie die in München. 1976. Das Hotel erweist sich als recht übersichtlich und leicht außerhalb, doch es gibt ein Bett und das ist schonmal gut. Aber zunächst wieder mit der München-1976-Tram in die Stadt. Der Fahrer ist äußerst freundlich und alles geht recht gemütlich vor sich. In der Stadt haben wir uns dann erstmal den Bahnhof angeschaut. Die eindrucksvolle Bahnhofshalle von der meine Frau erzählt dass sie existiert ist von Baustellenabsperrungen umgeben, aber wir finden sie wieder,  die nordamerikanische Identität. Große Lokomotiven mit gewaltigem Klang (aber nicht unbedingt mehr Leistung als ihre europäischen Pendants). Achja, nen dicken Turm, ein paar Wolkenkratzer und eine Sportarena gibts natürlich auch. Heute gibts Eishockey. Wir laufen zum See, die Uferpromenade anschauen. Es ist Abend und schon etwas länger dunkel, aber man sieht ein paar vorgelagerte Inseln (bzw. die Lichter darauf). Wir laufen weiter, Richtung Chinatown. Ein Restaurant mit guten Dumplings wurde uns Empfohlen. Ich bestelle “Fried Bean Curd Noodles with Jalapenos and Wine-Sauce” Klang interessant und war es auch. Nur leider nicht so wie gedacht. Tofustreifen mit Soße, vollkommen geschmacksfrei. Es sei denn man hat scharf erwischt. Nach der ersten Gabel konnte ich erstmal nicht mehr reden. Die Dumplings waren besser. Danach todmüde ins Bett und zeitig wider raus. Rein in die Tram, nen Starbucks aufgeweckt, ein wenig rumgelaufen und zurück zum Flughafen. Rein in den Flieger, hoch, runter, Tür auf und sanft tropische Hitze schlägt uns entgegen. Nicht wie in Togo, wo sie einen gleich erschlagen und sämtliche Schweißporen in Alarmbereitschaft versetzt hat sondern viel sanfter. Draussen sommerliches Leben, fröhlich, bunt und wir werden abgeholt. Ich darf auf dem gewohnten Platz sitzen, nur das Lenkrad fehlt. Sehr kurios, diese britische Commonwealth-Eigenart auf der falschen Seite zu fahren (auch ein paar Tage später verwirrt es mich noch immer – fahren trau ich mich hier glaub ich nicht). Erstmal Essen vom Island-Grill. Lecker. Dabei mag ich doch Fast-Food-Ketten gar nicht mehr. Ein kleiner Mittagsschlaf und schon gehts weiter. Ist ja schließlich Freitag abend. “Major Lazer and Friends” ist der Name des Konzerts das wir besuchen. Erst spielen zwei vermutlich einheimische DJs. Der erste gut, der zweite nicht so sehr. Dann kommt ein wohl recht bekannter US-Amerikanischer-DJ. Zumindest kenn ich einiges von dem was er spielt. Anfangs echt gut, aber mit der Zeit wirds irgendwie schon ein wenig langweilig. Und dann noch Major Lazer. Musikalisch 1A und die Bühne kann echt was. Alles voll mit so Bildschirm-Wänden und ich glaub ich hab noch nie so laut Musik gehört. Je nach Frequenz haben Lunge, Ohrenläppchen oder Nasenflügel vibriert (ja, wir hatten was in den Ohren). Ein wenig schlafen und fertig machen. Einmal quer über die Insel fahren (lassen), hinsetzen und auf die Braut warten. Strandhochzeit. Ganz schöne Zeremonie, aber die Organisation der Feier danach war ein wenig, ähhm, optimirungswürdig. Naja, immerhin noch essen gekriegt, kurz bevor wir gegangen sind. Kurz nachdem wir gegangen sind waren wir im Bett, danach gabs Frühstück und der Urlaub im tropischen Paradies konnte beginnen. Einziger Punkt auf der Tagesordnung waren die “Dunns River Falls”. So Wasserfälle die man entgegen der Strömung hochwandern kann. Recht amerikanisch organisiert mit einer Prise caribischer Improvisation. Es gibt Wasserschuhe zu kaufen, aber schon der Eintritt war uns eigentlich fast zu teuer. Wir probieren Barfuss auf eigene Gefahr. Die Guides sind auch alle barfuss und führen ihre Gruppen händchenhaltend im Gänsemarsch nach oben. Macht aber trotzdem irgendwie Spaß und anschliessend noch ein wenig chillen am Strand und mit dem Hochzeitsgesellschaftsbus wieder zurück zum Ferienhaus der Brauteltern. Gegen Abend reist ein großteil der Hochzeitsgäste ab und wir bleiben fast allein zurück, einzig ein Halbfranzose der auch Halbengländer ist, aber natürlich zumindest derzeit in Florida wohnt bleibt uns erhalten. Zum Abendessen fahren wir ins nächste Städchen. Jerk-Chicken ist wirklich lecker. Und die hiesigen Chips. Also die aus der Tüte. Aus Bananen und Kochbananen. Hmmm. Am nächsten Tag möchte meine Frau schnorcheln und der britische Franzose irgendwann Nachmittags Fussball gucken. Also ins nächste Luxus-Ressort für reiche Touristen. Die wollen uns nicht reinlassen (nur für Gäste, auch der Geldautomat da drin). Aber immerhin, wir dürfen bei nem Schnorchelladen anrufen. Da geht heut nichts – zu windig, zu viele Wellen, der ganze Sand ist aufgewirbelt, man würde nichts gehen. Also so zum nächsten Strand. Es ist ein wenig regnerisch und windig, bald schon gehen wir ins nächste Strandrestaurant. Die anderen haben Hunger. Wir beschliessen Hölen anschauen zu gehen.  Bei dem Wetter. Der Eintrittspreis ist doppelt so hoch wie im Reiseführer steht. Aber nur für Ausländer, einheimische zahlen nur die Hälfte. Wir auch: “He, wie schauts mit Rabatt aus?” “Nur für einheimische. Ich muss nen Ausweis sehen.” “Wir besuchen Freunde und sind für ne Hochzeit einheimischer hergekommen. Wir sind praktisch einheimisch.” “Na gut, aber macht schnell, bevor die anderen Touristen was merken.” Da merkt man schon die Erfahrungen aus Afrika, die in uns allen dreien stecken. Hier ist ja ein Großteil der Bevölkerung afrikanischer Herkunft und auch sehr afrikaorientiert (vielleicht ähnlich wie Mitteleuropa vor dem Fall des Eisernen Vorhangs amerikaorientiert war), aber wir drei weißen Touristen sind irgendwie doch afrikanischer… Die Höhlen waren super. Und der Führer auch, eine perfekte Mischung aus National Geographic und caribischem Entertainment. Anschliessend nimmt der französische Brite ein Taxi in die nächste Sportsbar, Fußball gucken (das Taxisystem ist hier auch wie in Togo, eher so wie bei uns die Busse, nur sehr viel häufiger). Wir haben uns nochmal den Luxus-Resort-Eingang vorgenommen um den Tauchladen anzurufen. Das Wetter war inzwischen besser geworden fand meine Frau. Der Tauchladen aber nicht. Aber wir fanden heraus, dass er direkt neben der Sportsbar lag und liefen also zu unserem britischen Franzosen. Nette Wanderung in praller Sonne an der Hauptstraße. Unterwegs gabs ne Tankstelle zum auftanken. Und in der Bar, die sich als wirklich hübsche Strandbar herausstellte erstmal ein Bier. Wir verbrachten den Rest des Tages dort, machten mit dem Tauchladen lose nen Termin für übermorgen (je nach Wetter) und bestellten Abendessen. Taxi, heim. Am nächsten Tag hat uns unser Begleiter verlassen und der von den verbleibenden hat sich der arbeitende Teil durchgesetzt und “chillaxen” (neues Wort aus Amerika) zum Tagesmotto gemacht. Pool. Mittagsschlaf. Pool. Nachtschlaf. Irgendwann (als ich schlief) telefonierte meine Frau mit dem Schnorchelladen und so mussten wir am nächsten Morgen los. Und da Schnorcheln doch irgendwie albern ist liessen wir uns die Flaschen aufschnallen…

(Fortsetung und Bilder folgen)

Tri Tra Tralala

Der Julian ist wieder da. Da mich die Temperaturen der letzten Tage sehr an Togo erinnerten hab ich gedacht ich schreib meil wieder was. In Togo hab ich nämlich äußerst praktische Sachen im Umgang mit derart unangenehmen Temperaturen gelernt. Wie beispielsweise das Schlafen ohne Bettdecke. Sehr hilfreich dieser Tage. Praktischerweise kam dann aber noch ein kleines Gewitter vorbei um die Hitzewelle ein wenig auszubremsen:

Bei solchen Aussichten fällt es dann um so schwerer sich in irgendeinem Moloch für einen semiinteressanten Job zu noch semiinteressanteren Bedingungen zu bewerben…

Also  fuhr ich erstmal an den Gardasee (nachdem ich meine Bewerbungen abgeschickt hatte natürlich). Begleitet von Frau und Herr M. sowie dem Herrn H. machten wir uns auf dem Weg. Unser Weg führte durch Garmisch, dass von G7-Vorbereitungen strotzte. Schon pervers sowas. Da war alles voll mit gewaltbereiten Vermummten (27000 waren angeblich im Einsatz) und dann kamen nur ein paar friedliche Demonstranten. Gut, mehr hätten auch gar nicht Platz gehabt. War ja alles voll mit Polizeiautos. Wirklich. (Wobei man den Polizisten schon ein Kompliment machen muss. Sind alle friedlich geblieben. Das ist ja auch nicht selbstverständlich).

War aber natürlich auch ne schwierig zu verteidigende Gegend da. Fragt sich natürlich, ob der Gipfel nicht wo anders besser aufgehoben wäre – vielleicht an einem Ort, der durch des Gipfels Politik geschaffen wurde und  nicht in möglichst unberührter Natur. Ich hätte da ein paar Vorschläge (In der Nähe einer Fracking-Ölförderreinrichtung, wo brennendes Wasser aus dem Wasserhahn kommt, ne Coltan-Miene im Kongo oder ne Näherei in Bangladesh – da sind die Menschen polizeiliche Erdrückung auch mehr gewohnt…). Nun gut, wenn man den Medien glauben darf gab es ja halbwegs positive Ergebnisse – andrerseits, wer weiß was noch alles besprochen wurde was uns verschwiegen wurde…

Zurück zum Gardasee, bzw. auf den Weg dahin. Wobei, jenseits von Garmisch passierte nichts außergewöhnliches mehr und so erreichten wir – interessanterweise zeitgleich mit dem anderen Auto – den Gardasee. Da wir ja schon mitten in der Nacht losgefahren waren (meine Fähigkeit den Wecker auch im Schlaf zu bedienen hat die Abfahrt geringfügig verzögert) konnten wir gleich noch ne kleine Tour starten. Hinterm Campingplatz rechts, dann wieder links und rauf auf den Berg. Kurz vor oben des Mt. Velo abgebogen und noch ein Stück weiter zum Pause machen. 1200hm steckten in den Beinen, die Aussicht war ein wenig trübe, aber immerhin, das Gras war grün, sitzen, essen:

Anschließend sind wir die Pianaura-Trails gemütlich hinabgeglitten. War stellenweise ein wenig holprig, aber insgesamt doch ganz schön. Meine Mitfahrer:

In echt waren die gar nicht so schnell, das schaut nur so aus…

Pünktlich zum Sonnenuntergang (frühsommerlich um halb 10 oder so) erreichten wir unsere Zelte, Essen kochen, Essen essen, schlafen gehen.

Aufwachen, früh aufstehen. Wir hatten schließlich großes vor. War ja schließlich schon der drittletzte Tag (gewisse Pessimisten der Runde haben die zeitliche Wahrnehmung einfach umgekehrt  – wir sind am viertletzten Tag angereist). Schnell ein wenig Gefrühstückt und schon ging es wieder los. Zuerst nach Riva, von dort die alte und wirklich schöne Ponale-Straße hoch:

Noch ein paar Bekannte getroffen (bzw. deren Frauen, die Männer dazu lagen mit fadenscheinigen – Kinder – Ausreden faul am See in der Sonne). Und weiter. Fahren, schieben, fahren, schieben… Hab ich schon erwähnt dass ich meine Schaltung zu Hause vergessen hatte? Herr M. lieh mir gelegentlich seine, doch es ging immer weiter, fahren, schieben… Ab und zu mal anhalten, Essen, Trinken, Aussicht angucken:

Doch kurz darauf immer weiter, immer weiter. Fahren, schieben, fahren, schieben. Dann eine Hütte, Pause, ne Cola und wieder weiter. Je weiter wir nach oben kamen um so besser lief es interessanterweise. Die Hitze die im Tal stand bekam mir wohl nicht so. Und irgendwann konnte man zurückblicken:

Auf das was man schon geschafft hatte. Oder auch – für Frauen möglicherweise nicht so ganz einfach nachzuvollziehen – ein weiteres Exponat aus der Serie “Pee with a view”:

Nein, nein, wir waren natürlich noch nicht oben. Zunächst kam noch ein Tunnel:

Und dann kamen noch ein paar Serpentinen:

Aber gut, ich wollte auf den Scheiß-Berg und so war dann auch genug Motivation da um den Tremalzo noch vollends zu erobern. 2300hm hatte die Tour und ich hab vorher echt nicht geglaubt, dass ich es schaffen würde da hoch zu kommen.

Anschließend ging es hinab, erst zügig auf der Straße und dann weniger zügig auf einem schönen aber flachen Trail. Der ein oder andere Teilnehmer der Reisegruppe hatte da doch größere Sorgen, weil um halb 8 abends waren wir noch auf 1600m über NN irgendwo in der Wildnis (der Gardasee liegt unter 100m über NN). Es war also noch ein Stück und die Nacht versprach in kürze ein wenig das Licht auszumachen. Doch der Trail war bald vorbei und fortan sausten wir auf amüsant geschnittenen Radwegen zu Tal. Vorbei am Ledrosee, durch das entsprechende Tal und dann über die Ponale-Straße (die bergab eigentlich nur menschenleer – also zu später Stunde – ein richtiger Genuß ist). Anschließend das übliche, Duschen, Kochen, Essen, Schlafen. Halt, erst  noch Eis essen gehen. Man ist ja schließlich in Italien.

Der nächste Tag war dann doch ein wenig entspannter. Nachdem wir die entsprechende Tourplanung vom Vorabend auf den Morgen verschoben hatten gab es natürlich keinen definierten Aufbruchszeitpunkt – also erstmal ausschlafen. Dann gemütlich und dann wars sowiso schon viel zu spät für die großen Sachen (des einen Freud…). Und so kullerten wir erstmal gemütlich zum Tennosee:

( Bilder sind nie im Internet angekommen. Poststreik oder so. Stellt euch einfach vier Gestalten vor, die am Rand eines blauen, warmen Bergsees mit Fischen drin ihr Pausenbrot essen).

Danach noch ein wenig weiter hoch, zur Malga Grassi wenn ich mich recht erinnere, bzw. zur Hütte daneben. Von da dann ein wenig den Berg wieder hinunter. Mittelmäßig spannend, da braucht man nicht viel drüber reden, so können wir ein wenig Sozialstudien betreiben. Meine drei Mitfahrer fahren ja ein Fahrrad der Firma Specialized. Zwei davon das Modell Epic. Das ganze beeinflusst natürlich Mimik und Verhalten der Probanden:

Nunja, gelegentlich läufts und so konnten wir ein wenig weiterfahren um Pause zu machen:

Anschließend wieder zurück zum Zelt und das übliche. Inkl. Eis Essen.

Der letzte Tag.  Aufwachen, aufstehen und zusammenpacken. Danach noch ne kleine Tour auf den San Giovanni, bzw. zur entsprechend benanten Hütte. Ich war überrascht, wie gut das inzwischen ohne Schaltung lief, die anderen musssten gar  nicht auf mich warten. Danach wieder runter. Zunächst wieder rumpelig, dann ein Stück schön flowig:

Die Aussicht war immer noch ein wenig trübe, an sonsten aber ganz nett:

Und dann wurde es angenehm anspruchsvoll. Wobei das angenehm natürlich ermessenssache ist…

Eine gute Gelegenheit weitere Sozialstudien über das Verhalten der Specialized Epic Fahrer anzustellen:

Anschließend noch ne Pizza (mit Walnüssen und Ricotta – lecker) und ein Eis (Lakritz – eher bäh) und auf in Richtung Heimat. Weil in Garmisch ja alles voll mit G7 war beschloss ich über den Fernpass zun fahren. Da war alles voll mit Schwaben mit Wohnwagen (denen scheint der Lago Maggiore dies Jahr zu teuer zu sein, so viele wie diesmal hab ich davon noch nie in der Gegend gesehen). Die anderen wurden rund um Garmisch allerdings 5 mal kontrolliert. Und ich hatte meinen Ausweis vergessen – insofern war es wohl die klügere Wahl…