Kanada

Gar kürzlich erst, also als noch Sommer war und ich absolut gar keine Zeit zum Blog schreiben hatte war ich in Kanada. Aus beruflichen Gründen. Das ist prinzipiell langweilig, aber wenn man schonmal in Kanada weilt kann man ja noch ein paar Tage anhängen. Aber zunächst muss man natürlich hinkommen. Das hat auch ganz gut geklappt. Ich durfte mal Economy-Plus ausprobieren, aber bis auf den größeren Bildschirm ist das ziemlich albern. Für Flugzeugessen braucht man kein Metallbesteck und was soll ich schon mit mehr Platz? Aber größere Bildschirme sind schon gut. Die Kanadische Einwanderungsbehörde hat mich noch ein wenig fröhlich verhöhrt (mein Einreiselaufzettel war am Ende ziemlich bunt) und schon war ich praktisch da und konnte aus meinem Hotelzimmer gucken:

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Ein wenig später sah es so aus:

Kanada
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Im unteren Bild rechts die Türmchen im Hintergrund schweben über der Kanadischen Regierung. Glaube ich. Oder zumindest in direkter Nachbarschaft.

Abends haben dann noch die Foo Fighters auf dem Ottawa Blues Fest gespielt. Praktisch in sichtweite vom Hotel. Äusserst praktisch, wenn auch musikalisch nicht so ganz überzeugend. Neben uns standen natürlich Deutsche im Gedränge.

Nachdem ich fertig war mit Arbeiten hab ich mir erstmal nen Mietwagen gebucht. Nen günstigen hab ich mir gedacht. Den günstigsten hab ich dann genommen:
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Aus der Tiefgarage herauszukommen fand ich erstmal ein wenig unangenehm. Und Stadtverkehr. Danach gings aber. Prima Auto und super Motor. Leider brauche ich keinen PickUp. Und noch leiderer gibts den Motor nicht im Konzernbruder Astra mit Heckantrieb… Zum Doppelkabinenpickup muss ich denk ich weiter nicht viel sagen, das kann man wollen, muss man aber nicht. Aber der Motor, hab ich schon erwähnt, dass ich begeistert war von dem Motor? Das Ding wiegt ja rund zweieinhalb Tonnen und hat nen Luftwiederstand von ner Schrankwand. Und hatte nur den mittleren Motor mit 5.3 Liter Hubraum. Und trotzdem beschleunigt das Ding wie ein Audi A4 mit 3L-Turbomotor oder nen 50 PS Motorrad. Unter 7 Sekunden auf 100. Da beschleunigen dann auch die Mundwinkel nach oben. Bei mir hat er ne Sekunde länger gebraucht. Aber ich hab auch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Z.B. den Allrad. Macht mehr Spaß und geht bei Audi nicht. Und beim Überholen. Mal kurz aufs Gas getreten und schon stehen 140 statt der 80 auf der Uhr. Und schwarze Striche, wann immer man will… Und dann das allerbeste, die Karre ist nichtmal versoffen. 10.5 Liter hab ich im Durchschnitt verbraucht. Und überland auch mal 8,5 auf 100km. Bei zugegenermaßen schon recht zurückhaltender Fahrweise. Gegenüber meinem letzten V8 mit ähnlichen Abmessungen aus den 90ern sind das doch 6 Liter Ersparnis (der europäische Kompaktwagen mit Eco im Namen den wir kürzlich gemietet hatten brauchte im Gegensatz dazu genau so viel wie sein Pendant aus den 90ern). Lassen wir es dabei bewenden, auch wenn das Autochen fast das interessanteste der Reise war. Mit dem Autochen bin ich dann nach Westen und hab dann auch irgendwo im Autochen gepennt. Eigentlich wollte ich auf der Ladefläche schlafen, aber Mücken. Am nächsten Tag bin ich dann von Norden her in den Algonquin Provincial Park. Relativ teuer und lohnt sich nicht so richtig. Wie die ganze Route nördlich am Park vorbei (solltet ihr jemals in der Gegend sein lieber weiter südlich durch den Park fahren). Dort hab ich mir den Brent Crater angeschaut:

Kanada
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Schaut ganz hübsch aus, oder? Und ihr seht nur etwa 5%. Die anderen 95% waren Mücken. Kleine Mücken, große Mücken… Alles da. Immerhin keine mit Malaria.

In der Gegend gibts vor allem Wald und Seen:

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Hübsche Seen, kleine Seen und große Seen gab es auch. Ich bin weiter gefahren an den Lake Nipissing. Das ist ein bisschen schwer sich das Ding vorzustellen. Ungefähr wie ein Meer, nur mit Süßwasser. Und auch das ist im Regionalvergleich nur ein mittlerer See. Ich habe gerade nochmal nachgeschaut, fast doppelt so groß wie der Obersee des Bodensees. Und dabei durchschnittlich nur 4.5m tief. Also eigentlich doch nur ne Pfütze…

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Verkehrsschilder gab es in Kanada auch:

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Und Züge. Und Brücken:

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Nordamerikanische Güterzüge finde ich nach wie vor sehr beeindruckend. Die Personenzüge warens auch mal. Damals, als die Dampfloks noch 200 gefahren sind… Das war dann schon am Lake Huron. Der ist dann etwa 100 mal so groß wie der Bodensee. Inkl. Untersee.

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Und nochmal die Brücke:

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Vertrauenserweckend. Insbesondere wenn man weiß, dass jede der drei Loks auf dem Bild weiter oben 130 Tonnen wiegt… Auf dem (Rück-)weg bin ich dann noch durch Huntsville gekommen. Ein Städtchen mitten im Nirgendwo, Freitag Abends. Da war richtig was los. Das war schön. Hatte ich doch seit Tagen keine Menschen mehr außerhalb von Autos und WalMarts gesehen. Richtig nette “Altstadt” am Flüsschen. Ich hab mir ein Eis gekauft.

Und noch ein paar Eindrücke aus dem Algonquin Provincial Park, auf der weitaus schöneren Route im Süden:

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Sicherheitshalber bin ich nicht mehr ausgestiegen… Und dann hab ich nochmal gebadet, das Auto abgegeben und rein in den Flieger… Würde ich nicht schon mehr von Kanada kennen würde ich da wohl nicht mehr hinwollen.