Tri Tra Tralala

Der Julian ist wieder da. Da mich die Temperaturen der letzten Tage sehr an Togo erinnerten hab ich gedacht ich schreib meil wieder was. In Togo hab ich nämlich äußerst praktische Sachen im Umgang mit derart unangenehmen Temperaturen gelernt. Wie beispielsweise das Schlafen ohne Bettdecke. Sehr hilfreich dieser Tage. Praktischerweise kam dann aber noch ein kleines Gewitter vorbei um die Hitzewelle ein wenig auszubremsen:

Bei solchen Aussichten fällt es dann um so schwerer sich in irgendeinem Moloch für einen semiinteressanten Job zu noch semiinteressanteren Bedingungen zu bewerben…

Also  fuhr ich erstmal an den Gardasee (nachdem ich meine Bewerbungen abgeschickt hatte natürlich). Begleitet von Frau und Herr M. sowie dem Herrn H. machten wir uns auf dem Weg. Unser Weg führte durch Garmisch, dass von G7-Vorbereitungen strotzte. Schon pervers sowas. Da war alles voll mit gewaltbereiten Vermummten (27000 waren angeblich im Einsatz) und dann kamen nur ein paar friedliche Demonstranten. Gut, mehr hätten auch gar nicht Platz gehabt. War ja alles voll mit Polizeiautos. Wirklich. (Wobei man den Polizisten schon ein Kompliment machen muss. Sind alle friedlich geblieben. Das ist ja auch nicht selbstverständlich).

War aber natürlich auch ne schwierig zu verteidigende Gegend da. Fragt sich natürlich, ob der Gipfel nicht wo anders besser aufgehoben wäre – vielleicht an einem Ort, der durch des Gipfels Politik geschaffen wurde und  nicht in möglichst unberührter Natur. Ich hätte da ein paar Vorschläge (In der Nähe einer Fracking-Ölförderreinrichtung, wo brennendes Wasser aus dem Wasserhahn kommt, ne Coltan-Miene im Kongo oder ne Näherei in Bangladesh – da sind die Menschen polizeiliche Erdrückung auch mehr gewohnt…). Nun gut, wenn man den Medien glauben darf gab es ja halbwegs positive Ergebnisse – andrerseits, wer weiß was noch alles besprochen wurde was uns verschwiegen wurde…

Zurück zum Gardasee, bzw. auf den Weg dahin. Wobei, jenseits von Garmisch passierte nichts außergewöhnliches mehr und so erreichten wir – interessanterweise zeitgleich mit dem anderen Auto – den Gardasee. Da wir ja schon mitten in der Nacht losgefahren waren (meine Fähigkeit den Wecker auch im Schlaf zu bedienen hat die Abfahrt geringfügig verzögert) konnten wir gleich noch ne kleine Tour starten. Hinterm Campingplatz rechts, dann wieder links und rauf auf den Berg. Kurz vor oben des Mt. Velo abgebogen und noch ein Stück weiter zum Pause machen. 1200hm steckten in den Beinen, die Aussicht war ein wenig trübe, aber immerhin, das Gras war grün, sitzen, essen:

Anschließend sind wir die Pianaura-Trails gemütlich hinabgeglitten. War stellenweise ein wenig holprig, aber insgesamt doch ganz schön. Meine Mitfahrer:

In echt waren die gar nicht so schnell, das schaut nur so aus…

Pünktlich zum Sonnenuntergang (frühsommerlich um halb 10 oder so) erreichten wir unsere Zelte, Essen kochen, Essen essen, schlafen gehen.

Aufwachen, früh aufstehen. Wir hatten schließlich großes vor. War ja schließlich schon der drittletzte Tag (gewisse Pessimisten der Runde haben die zeitliche Wahrnehmung einfach umgekehrt  – wir sind am viertletzten Tag angereist). Schnell ein wenig Gefrühstückt und schon ging es wieder los. Zuerst nach Riva, von dort die alte und wirklich schöne Ponale-Straße hoch:

Noch ein paar Bekannte getroffen (bzw. deren Frauen, die Männer dazu lagen mit fadenscheinigen – Kinder – Ausreden faul am See in der Sonne). Und weiter. Fahren, schieben, fahren, schieben… Hab ich schon erwähnt dass ich meine Schaltung zu Hause vergessen hatte? Herr M. lieh mir gelegentlich seine, doch es ging immer weiter, fahren, schieben… Ab und zu mal anhalten, Essen, Trinken, Aussicht angucken:

Doch kurz darauf immer weiter, immer weiter. Fahren, schieben, fahren, schieben. Dann eine Hütte, Pause, ne Cola und wieder weiter. Je weiter wir nach oben kamen um so besser lief es interessanterweise. Die Hitze die im Tal stand bekam mir wohl nicht so. Und irgendwann konnte man zurückblicken:

Auf das was man schon geschafft hatte. Oder auch – für Frauen möglicherweise nicht so ganz einfach nachzuvollziehen – ein weiteres Exponat aus der Serie “Pee with a view”:

Nein, nein, wir waren natürlich noch nicht oben. Zunächst kam noch ein Tunnel:

Und dann kamen noch ein paar Serpentinen:

Aber gut, ich wollte auf den Scheiß-Berg und so war dann auch genug Motivation da um den Tremalzo noch vollends zu erobern. 2300hm hatte die Tour und ich hab vorher echt nicht geglaubt, dass ich es schaffen würde da hoch zu kommen.

Anschließend ging es hinab, erst zügig auf der Straße und dann weniger zügig auf einem schönen aber flachen Trail. Der ein oder andere Teilnehmer der Reisegruppe hatte da doch größere Sorgen, weil um halb 8 abends waren wir noch auf 1600m über NN irgendwo in der Wildnis (der Gardasee liegt unter 100m über NN). Es war also noch ein Stück und die Nacht versprach in kürze ein wenig das Licht auszumachen. Doch der Trail war bald vorbei und fortan sausten wir auf amüsant geschnittenen Radwegen zu Tal. Vorbei am Ledrosee, durch das entsprechende Tal und dann über die Ponale-Straße (die bergab eigentlich nur menschenleer – also zu später Stunde – ein richtiger Genuß ist). Anschließend das übliche, Duschen, Kochen, Essen, Schlafen. Halt, erst  noch Eis essen gehen. Man ist ja schließlich in Italien.

Der nächste Tag war dann doch ein wenig entspannter. Nachdem wir die entsprechende Tourplanung vom Vorabend auf den Morgen verschoben hatten gab es natürlich keinen definierten Aufbruchszeitpunkt – also erstmal ausschlafen. Dann gemütlich und dann wars sowiso schon viel zu spät für die großen Sachen (des einen Freud…). Und so kullerten wir erstmal gemütlich zum Tennosee:

( Bilder sind nie im Internet angekommen. Poststreik oder so. Stellt euch einfach vier Gestalten vor, die am Rand eines blauen, warmen Bergsees mit Fischen drin ihr Pausenbrot essen).

Danach noch ein wenig weiter hoch, zur Malga Grassi wenn ich mich recht erinnere, bzw. zur Hütte daneben. Von da dann ein wenig den Berg wieder hinunter. Mittelmäßig spannend, da braucht man nicht viel drüber reden, so können wir ein wenig Sozialstudien betreiben. Meine drei Mitfahrer fahren ja ein Fahrrad der Firma Specialized. Zwei davon das Modell Epic. Das ganze beeinflusst natürlich Mimik und Verhalten der Probanden:

Nunja, gelegentlich läufts und so konnten wir ein wenig weiterfahren um Pause zu machen:

Anschließend wieder zurück zum Zelt und das übliche. Inkl. Eis Essen.

Der letzte Tag.  Aufwachen, aufstehen und zusammenpacken. Danach noch ne kleine Tour auf den San Giovanni, bzw. zur entsprechend benanten Hütte. Ich war überrascht, wie gut das inzwischen ohne Schaltung lief, die anderen musssten gar  nicht auf mich warten. Danach wieder runter. Zunächst wieder rumpelig, dann ein Stück schön flowig:

Die Aussicht war immer noch ein wenig trübe, an sonsten aber ganz nett:

Und dann wurde es angenehm anspruchsvoll. Wobei das angenehm natürlich ermessenssache ist…

Eine gute Gelegenheit weitere Sozialstudien über das Verhalten der Specialized Epic Fahrer anzustellen:

Anschließend noch ne Pizza (mit Walnüssen und Ricotta – lecker) und ein Eis (Lakritz – eher bäh) und auf in Richtung Heimat. Weil in Garmisch ja alles voll mit G7 war beschloss ich über den Fernpass zun fahren. Da war alles voll mit Schwaben mit Wohnwagen (denen scheint der Lago Maggiore dies Jahr zu teuer zu sein, so viele wie diesmal hab ich davon noch nie in der Gegend gesehen). Die anderen wurden rund um Garmisch allerdings 5 mal kontrolliert. Und ich hatte meinen Ausweis vergessen – insofern war es wohl die klügere Wahl…

 

 

 

Ein Gedanke zu „Tri Tra Tralala

  1. Ja, Pee with a view ist immer ein Geschenk, schätze ich auch sehr. Wo sich Schönheit mit Erleichterung verbinden… Das hat schon die Romantiker inspiriert.

    Schön, dass es weitergeht im Blog! Bitte mehr davon, tolle Fotos!

Kommentare sind geschlossen.