Archiv für den Monat: April 2016

Die schönste Art zu… (Teil 2)

Also ich würde mit Teil 1 anfangen…

Wo waren wir stehen geblieben? Achja, wir haben aktuell genau 80 Kommentare auf unserem Blog. Und dann haben wir noch ungefähr 10.000 die wir gelöscht haben, weil Spam…

Fliegen. Wir wollten fliegen. Und nach der Sicherheitskontrolle sind wir mit dem Bus auf das Flugfeld gefahren. Also mit nem kleinen Bus. Obwohl unser Fluggerät das längste derzeit in Betrieb befindliche ist (wenn ich das richtig verstanden habe – damit sind wohl die meisten eurer Vermutungen raus) hat es nur 12-14 Sitzplätze. Im Bus gab es die Sicherheitseinweisung: “Unter Ihren Sitzen befinden sich Schwimmwesten. Können sie im Notfall auf der Karte im Sitz vor Ihnen nachlesen…” Das kam wohl auch ein wenig anders an als es gemeint war. Und dann kam das Ding angeflogen und ist gelandet. Unsere Vorgängerrundfluggäste durften immer paarweise aussteigen, nachdem wir paarweise eingestiegen waren. Das war notwendig um das Gewicht möglichst konstant zu halten. Man will ja nicht leichter als Luft werden. Und damit dürfte dann auch dem letzten klar geworden sein, dass wir ein Luftschiff gefahren sind. Oder genauer gesagt, mit dem Zeppelin NT geflogen sind (bei dem Ding spricht man von fliegen und nicht von fahren, da er mit ein wenig Übergewicht startet und die Rotoren an den Motoren ihn hochheben – wie einen Hubschrauber. Ein sehr faszinierendes Fluggerät übrigens. Den Wikipedia-Artikel dazu kann man sich durchaus mal durchlesen (also vermute ich mal, ich hab erst angefangen ihn zu überfliegen). Und dann ging es los. Erst hinten ein Stück hoch, dann wieder vorne, links und rechts, hier und da. Halb senkrecht-schräg nach oben. Das sind Bewegungsdimensionen die man bisher so nicht kannte. Viel besser als Flugzeug finden wir. Was sicherlich auch daran liegt, dass man richtig viel sieht weil die Fenster riesig und nach außen geneigt sind. Man kann auch senkrecht nach unten gucken. Das ruhige Schweben das man erwartet stellt sich hingegen nicht ein – die Motoren und Rotoren machen doch ganz schön Radau und Schalldämmung war wohl im Gewichtskonzept nicht vorgesehen. Der Zeppelin ist 75 Meter lang (ein paar cm mehr als ein A380 – etwa so lang wie dreieinhalb Reisezugwagen) und wiegt  schnucklige 11 Tonnen (Ein A380 hat gut 250 und die dreieinhalb Reisezugwagen etwa 140). Wenn man praktisch so schwer sein möchte wie Luft sind eben wenig Reserven für so etwas. Aber ihr wollt ja nicht mit technischen Details gelangweilt werden sondern mit Flugeindrücken unterhalten, richtig? Nun, die waren sehr unterhaltsam. Die Reiseflughöhe (100-300m) war recht zügig erreicht. Auf der Anreise haben wir uns ja noch über das mittelschlechte Wetter geärgert – aber der Wind war dort oben doch zu merken. Das war lustig. Dafür kann man auch mal aufs Alpenpanorama verzichten. Das ist ehh nicht so spannend, weil man ist gar nicht so hoch. Nach unten gucken ist viel interessanter, weil man ist ja gar nicht so hoch. Das schaut alles aus wie Modelleisenbahn da unten. Aus dem Flugzeug sieht man ja Straßen und Häuser. Aus dem Zeppelin sieht man Menschen, kann vereinzelte Autos erkennen (die aktuellen Fiat Ducatos mit der markanten Schnauze gehen beispielsweise ganz gut) oder entdeckt Strauße (also falls man über eine Straußenfarm fliegt. Ja, der Vogel Strauß ist gemeint). Aber ich greife vor, auf Reiseflughöhe angekommen durften wir uns abschnallen und durch die Kabine laufen und überall Fotos machen. Die Kabine hat relativ viel Platz pro Passagier. Platz ist im Zeppelin nicht so rar, wiegen darfs halt nichts. Und so flogen wir erstmal quer über den Flugplatz, konnten da die Schneepflüge, Flugzeuge und das Dornier Museum (das zu Besuchen sich im Gegensatz zum Zeppelin-Museum nicht so richtig lohnt – das Zeppelin-Museum aber sehr) von oben sehen und anschließend gings über Friedrichshafen. Ein grandioser Detailreichtum auf dieser Modelleisenbahnplatte. Wirklich! Über Zeppelinmuseum (Vater, wir haben auf dem Rückweg nachgeschaut, deine DVDs waren nicht ausverkauft) und Hafen ging es anschließend auf den See hinaus. So ne Flußmündung aus einigen, wenigen 100m Höhe ein sehr faszinierendes Bild. Über dem See wurde es ein wenig ruhiger in der Kabine. Es gab nicht mehr ständig was neues zu entdecken und man gewöhnte sich ein wenig an das ungewohnte Fluggefühl (sprich der Magen hörte auf sich über das ekelhafte Radler vorher zu beklagen). Aber toll war es trotzdem noch, ein paar Boote und Schiffe waren unterwegs und so. Jenseits des Sees ging es über Schweizer Landschaft. Ein günstiger Zeitpunkt um euch ein weiteres wahnsinnig gutes Feature des Zeppelin vorzustellen: Im Gegensatz zu modernen Reisezugwagen und dem A380 kann man das Fenster aufmachen. Also in der gesamten Kabine gibt es nur zwei Fenster die sich öffnen lassen aber das reicht für 12 Personen ja auch locker aus. Nicht zum lüften, zum Fotos machen ohne Scheibenspiegelungen und – mein Favorit – man kann den Kopf raushalten. Schon ganz ordentlich Fahrtwind da oben (wir sind glaube ich 70km/h geflogen).

Ja, so sind wir weiter geflogen. Ich glaube es ist jetzt nicht so unterhaltsam euch jedes Pferd, jeden Baum und jeden Gastank zu beschreiben, den wir gesehen haben. Darum werde ich langsam zum Ende kommen mit der Wendung die wir über dem Kloster von St. Gallen (Fussballplatz auf dem Klosterhof!) vollzogen haben. Ich weiß gar nicht wie ich das weiter beschreiben soll, aber auch Kurven sind mit dem Ding anders als gewohnt – und machen Spaß. Ja und dann sind wir wieder zurückgeflogen. Die nächste Gruppe wartete schon in Zweierreihen. Und wir sind breit grinsend ausgestiegen…

Und dann gab es sogar noch einen Sekt. Und eine Urkunde. Ich glaub die häng ich mir auf. So ne Urkunde dafür, dass ich gar keine Leistung erbracht habe finde ich super. Und ohne den Sekt wäre es meiner Frau schwer gefallen die ganze Geschichte bei dem Preis zu verstehen. Ja der Preis ist schon enorm. Wenn man da zu zweit mitfliegt würde das Geld auch fast für ein neues Fahrrad reichen, auf jeden Fall aber locker für nen Gebrauchtwagen (ihr braucht nicht nachgucken, ihr erschreckt nur…). Lohnt sich das? Also wenn man es geschenkt kriegt auf jeden Fall (vielen Dank nocheinmal liebe Schenker!!!). Ein ganz großartiges Erlebnis!

So, jetzt wisst ihrs, die Vorfreude dürft ihr euch trotzdem behalten, neben mir wird an Teil 3 gearbeitet – viel besser als Text – Bilder!

Die schönste Art…

… zu reisen ist der… Doch lasst uns von Beginn anfangen.  Wir sind ja nun seit einiger Zeit verheiratet und heiraten hat ja nebein einigen anderen auch noch den großen Vorteil dass man Geschenke kriegt. Also nicht nur das dicke, ähh, ich mein große, das man sich selbst ausgesucht hat, nein auch noch viele andere (Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an alle Beteiligten. Wir haben vor kurzem nochmal einige Geschenke in Betrieb genommen und uns sehr darüber gefreut! Und ich weiß noch von mindestens einem was noch nicht geöffnet ist – aber da ist auch Beton als Verpackungsmaterial verwendet worden). Und manche Hochzeitsgeschenke sind dann auch noch massiv jenseits des Erwartungshorizonts. Ich glaub ein derartiges Erwartungs-/Resultatverhältnis haben die meisten von uns zuletzt an ihrem etwa vierten Geburtstag erlebt. Und eine dieser Geschichten war etwas zum erleben und das haben wir heute endlich mal in Angriff genommen. Und darauf bereitet man sich am besten mit einem Frühstück im Bett vor. Und anschließend gehts los, die ersten Meter zu Fuß, danach aufs Schiff (hihi, wir sind in der glücklichen Lage zu Fuß zum Hafen laufen zu können, aber auch in der unglücklichen, dass sämtlliche Verkehrsverbindungen in Richtungen wo Wasser ist eher nicht so gelungen sind). Auf der Überfahrt haben wir glücklicherweise nochmal unsere Dokumente angeschaut, sonst wären wir am falschen Startort gelandet und dann wären wir wohl nicht gestartet. Das Wetter war passend. Also hochzeitlich. Also tendentiell, nicht ganz so ausgeprägt. Also doch sehr anders als wir es uns gewünscht hatten. Vom Hafen sind wir dann mit dem Bus gefahren, und sogar das hat Spaß gemacht. Unser Busfahrer schien die dynamischen Möglichkeiten des Busses – wenn er gerade mal konnte, was in Friedrichshafen eher nur Ausnahmsweise der Fall ist – durchaus nutzen zu wollen. Und dann waren wir da. Erstmal einchecken und warten. Viel los war nicht, man konnte sich eigentlich nur ins Restaurant setzen. Und dann kam der Sicherheitscheck, wie an nem ricchtigen Flughafen, nur mehr verbal: “So, alle die spitze Gegenstände dabei haben dürfen die jetzt mal hier rein legen, die kriegt ihr nachhher wieder.” Ganz ohne Metalldetektor, aber sicherlich ähnlich effektiv (fragt mal in eurem Bekanntenkreis was die schon alles im Flugzeug dabei hatten, also im Handgepäck. Ihr werdet erstaunt sein…). Langsam wirds Zeit, dass ich verrate worum es geht, oder? Häppchenweise vielleicht. Nach der Sicherheitskontrolle ging es dann aufs Flugfeld. Und es war tatsächlich ein richtiger Flughafen. Und dann sind wir geflogen. Es war super. Und dann haben wir ne Urkunde gekriegt und nen Sekt und waren gut gelaunt und sind wieder nach Hause gefahren… Ah, und im Buchladen waren wir noch und haben zwei Bücher gekauft. Und die Verkäuferin hat noch EIN Lesezeichen draufgelegt. Den Humor in meinem empörten “für zwei Bücher?” hat sie glaub ich nicht so ganz verstanden.

Hmm, irgendwie fehlt glaub ich noch was. Ich glaub ich muss noch nen zweiten Teil schreiben. Aber jetzt gibts essen!