Archiv für den Monat: Dezember 2015

Schon fast Weihnachten… (Teil 2)

… Ja, das Schnorcheln, natürlich ist das nicht albern, aber wir waren uns einfach einig, dass Tauchen mit Flaschen sicherlich viel spannender ist und in Schnorchelwassertiefe hätten wir sowiso nur aufgewirbelten Sand gesehen. Die See war lebhaft an diesem Tag (ihr wisst schon, im Winter ist das Wetter manchmal nicht so Bombe). Also haben wir einen “Discover Scuba Diving”-Kurs gebucht, ein Anfängerkurs mit keinem anderen Ziel als das ganze mal auszuprobieren. Zunächst gab es ein wenig theoretischen Unterricht in Form eines Videos (auf einem Laptopbildschirm der bei den gegebenen Umgebungsbedingungen nicht hell genug war um tatsächlich viel zu erkennen). Anschließend wurden wir an einen halbwegs flachen Strand gefahren. Dort übten wir den Umgang mit den Gerätschaften. Das war schon ganz lustig, aber rein optisch nicht so spannend, eher so wie Sandsturm unter Wasser. Anschliessend warteten wir dann darauf, dass uns unser Boot wieder abholt und ein Stückchen raus fährt. Dort haben wir dann alles wieder angelegt und sind “platsch” ins Wasser gehüpft. Entlang der Ankerleine ging es dann nach unten. Nach ein paar Metern, also vielleicht so in 2-3 Metern Tiefe hat meine Frau dann aufgrund von ein wenig Wasser im Mund beschlossen ein wenig panisch zu reagieren und zügig wieder aufzutauchen. Unser Tauchlehrer natürlich hinterher. Und plötzlich war ich allein da unten. Von unten sah die ganze Geschichte so aus, als wär mein Auftauchen nicht nötig und so hab ich mich weiter vorgetastet. Als es mir gerade ein wenig zu Einsam werden drohte kam ein kleiner, freundlicher Fisch vorbei und hat mal “Hallo” gesagt. Am Anker angekommen hab ich dann auf die anderen gewartet, nach einem kleinen Theorie-Kurs Upgrade konnte es da nämlich auch weiter gehen. Unten angekommen nahm unser Tauchlehrer meine Frau an die Hand und führte uns durch ein paar Korallenriffe. Auch da war ganz schön viel Sand aufgewirbelt, aber ein bisschen was hat man schon gesehen. Nach knapp 10 Minuten mussten wir dann leider schon wieder umkehren, da meine Atemluftreserven zur Neige gingen. Tja, das Ziel war erreicht, meine Frau wollte schon immer mal tauchen und ich war neugierig wie die Geräte funktionieren. Man weiß ja nie, ob man nicht dereinst plötzlich allein, umgeben von Geldhaien irgendwo aufwacht, und der einzige Ausweg durch ein paar Poolverbindungskanäle ist und ganz zufällig noch Tauchgerät herumsteht. Also soll ja vorkommen und man will ja vorbereitet sein… Check. Die Rückfahrt war feucht und schaukelig, die rauhe See bedachte uns mit Wellen und Spritzern. Aber alles im grünen Bereich. Anschließend zurück zu unserem Ferienhaus, wo die frisch verheirateten schon eingetroffen waren. Eigentlich wollten wir ja vor deren Eintreffen bereits verschwunden sein, aber naja, das jamaikanische Zeitverständnis macht das Planen doch ein wenig komplizierter, oder lasst uns lieber sagen, man muss die Planung ein wenig flexibler gestalten. Abends gabs dann noch ein wenig Jamaikanisches Essen (ich glaub da darf meine Frau mal noch nen ausführlicheren Bericht drüber schreiben), mjamm, mjamm, echt lecker. Und am nächsten Tage fuhren wir schon zurück nach Kingston, wo wir noch ein paar Tage verbringen wollten. Abends Domino und Essen am Strand. Dann kam Weihnachten. Aber Weihnachten jenseits der 25°C zählt nicht, dazu schreib ich nichts. Wir waren noch ein wenig Wandern ausserhalb von Kingston, und dann haben wir noch nen Dragstrip besucht. Eine alte Militärpiste, auf dem Beschleunigungsrennen ausgetragen wurden. Ich durfte auch mal probieren. Aber so nen Mini Countryman ist halt auch als Cooper S jetzt nicht unbedingt beeindurckend von den Beschleunigungswerten her. Etwa 16 Handgestoppte Sekunden auf der Viertelmeile, falls das jemandem was sagt. Und anschliessend noch Fisch essen am Strand. Direkt aus dem Meer auf den Grill und von da auf den Teller. Ich mag ja eigentlich keinen Fisch, aber den hab ich runter gebracht. Und der DJ im Restaurant war ganz gut. Und hatte zwei über mannshohe Lautsprechertürme am Start. Große Lautsprecher gibts hier ehh viele. Tja, wir nähern uns dem Ende, wir waren noch auf ner Soca-Party. Soca ist Musik von der Nachbarinsel (Trinidad). Der praktizierte Tanzstiel war wohl nicht unbeding Soca-Regelkonform, veranlasste meine Frau aber dazu sozialstudien anzustellen. Recht, ähh, sexuell das ganze. Und dann waren wir noch Mountainbiken. Ich meinte ja schon in der Planungsphase, dass das eine eher mutige Idee sei, in einem Entwicklungsland mit geliehenen Mountainbikes Fahrrad fahren zu gehen, aber meine Frau plante trotzdem. Es war dann auch eine sehr interessante Erfahrung. Mein Fahrrad war mal billig gewesen und inzwischen sehr verbraucht. Immerhin, ich hab nen Gang gefunden in dem ich mit maximal halber Maximalleistung fahren konnte ohne dass die Kette sprang (es sei denn ich bin durch ein Schlagloch gefahren).  Berghoch ging es eine eine kurvige Straße in den Nationalpark,  unser Begleitfahrzeug immer direkt hinter uns (nervige Angelegenheit sag ich euch). Aber trotzdem, mal wieder bewegen in der kühleren Bergluft tat richtig gut und oben angekommen wurde erstmal lecker gegrillt. Das war super. So albern das hier mit dem Mountainbiken ist, das Grillen funktioniert…

Ja, und jetzt sitzen wir am Flughafen und warten auf unseren Flieger, der gerade mit 2 Stunden Verspätung aus Kanada kommend gelandet ist. Gut für euch, weil so sitze in dem Flughafen hier rum und hab nichts anderes zu tun als Blog zu schreiben (achja, lecker Essen gabs natürlich auch nochmal zum Abschied). Weniger gut für uns, weil wir direkt im Anschluss an den Flug noch weitere Pläne haben und erstens fehlt uns dann da die Zeit und zweitens fehlt uns dann noch mehr Zeit, weil unser Gepäck erstmal abholen müssen um es direkt für die zweite Flughälfte wieder einzuchecken…

Fotos, Essensbericht und weitere Ereignisse folgen. Vielleicht…

Schon fast Weihnachten…

Da lädt der liebe Kollege S. mit seiner Frau auch gern mal zur Weihnachtsfeier ein. Anschliessend dann noch schnell 4 Stunden Autofahren, 2 Stunden schlafen und rein in den Flieger. So nen alberner Inlandsflug nach Wien. Halbvoll. Kann man das eigentlich nicht mit der Bahn machen? Vermutlich wärs teurer gewesen, will ja schließlich nem Premiumanspruch gerecht werden. Die Bahn… Landen, aussteigen, umgucken (ich weiß noch, dass es Wien war, aber fragt mich nicht wie der Wiener Flughafen aussah, ich erinnere mich nicht) und bumm, wieder rein in den Flieger. Starten, essen, aus dem Fenster gucken, Filme, schlafen und schon sind die 8 oder 10 Stunden geschafft, in Flugzeugen und im Internet verliere ich immer das Zeitgefühl. Aussteigen, erstmal strecken, der Kanadische Zoll haut nen Stempel in den Pass (halbvoll inzwischen das Buch) und rein in die Stadt. Erstmal mit dem ÖPNV ins Hotel. Nordamerika ist erstaunlich normal geworden für uns. Es ist gar nicht mehr fremd. Oder das Straßenbild hat sich einfach zu sehr gewandelt. Nur noch “normale” Autos, und den Rest gibts halt inzwischein bei uns auch. Schade eigentlich. Da geht Identität verloren. Raus aus der U-Bahn und rein in die Tram. Schaut fast aus wie die in München. 1976. Das Hotel erweist sich als recht übersichtlich und leicht außerhalb, doch es gibt ein Bett und das ist schonmal gut. Aber zunächst wieder mit der München-1976-Tram in die Stadt. Der Fahrer ist äußerst freundlich und alles geht recht gemütlich vor sich. In der Stadt haben wir uns dann erstmal den Bahnhof angeschaut. Die eindrucksvolle Bahnhofshalle von der meine Frau erzählt dass sie existiert ist von Baustellenabsperrungen umgeben, aber wir finden sie wieder,  die nordamerikanische Identität. Große Lokomotiven mit gewaltigem Klang (aber nicht unbedingt mehr Leistung als ihre europäischen Pendants). Achja, nen dicken Turm, ein paar Wolkenkratzer und eine Sportarena gibts natürlich auch. Heute gibts Eishockey. Wir laufen zum See, die Uferpromenade anschauen. Es ist Abend und schon etwas länger dunkel, aber man sieht ein paar vorgelagerte Inseln (bzw. die Lichter darauf). Wir laufen weiter, Richtung Chinatown. Ein Restaurant mit guten Dumplings wurde uns Empfohlen. Ich bestelle “Fried Bean Curd Noodles with Jalapenos and Wine-Sauce” Klang interessant und war es auch. Nur leider nicht so wie gedacht. Tofustreifen mit Soße, vollkommen geschmacksfrei. Es sei denn man hat scharf erwischt. Nach der ersten Gabel konnte ich erstmal nicht mehr reden. Die Dumplings waren besser. Danach todmüde ins Bett und zeitig wider raus. Rein in die Tram, nen Starbucks aufgeweckt, ein wenig rumgelaufen und zurück zum Flughafen. Rein in den Flieger, hoch, runter, Tür auf und sanft tropische Hitze schlägt uns entgegen. Nicht wie in Togo, wo sie einen gleich erschlagen und sämtliche Schweißporen in Alarmbereitschaft versetzt hat sondern viel sanfter. Draussen sommerliches Leben, fröhlich, bunt und wir werden abgeholt. Ich darf auf dem gewohnten Platz sitzen, nur das Lenkrad fehlt. Sehr kurios, diese britische Commonwealth-Eigenart auf der falschen Seite zu fahren (auch ein paar Tage später verwirrt es mich noch immer – fahren trau ich mich hier glaub ich nicht). Erstmal Essen vom Island-Grill. Lecker. Dabei mag ich doch Fast-Food-Ketten gar nicht mehr. Ein kleiner Mittagsschlaf und schon gehts weiter. Ist ja schließlich Freitag abend. “Major Lazer and Friends” ist der Name des Konzerts das wir besuchen. Erst spielen zwei vermutlich einheimische DJs. Der erste gut, der zweite nicht so sehr. Dann kommt ein wohl recht bekannter US-Amerikanischer-DJ. Zumindest kenn ich einiges von dem was er spielt. Anfangs echt gut, aber mit der Zeit wirds irgendwie schon ein wenig langweilig. Und dann noch Major Lazer. Musikalisch 1A und die Bühne kann echt was. Alles voll mit so Bildschirm-Wänden und ich glaub ich hab noch nie so laut Musik gehört. Je nach Frequenz haben Lunge, Ohrenläppchen oder Nasenflügel vibriert (ja, wir hatten was in den Ohren). Ein wenig schlafen und fertig machen. Einmal quer über die Insel fahren (lassen), hinsetzen und auf die Braut warten. Strandhochzeit. Ganz schöne Zeremonie, aber die Organisation der Feier danach war ein wenig, ähhm, optimirungswürdig. Naja, immerhin noch essen gekriegt, kurz bevor wir gegangen sind. Kurz nachdem wir gegangen sind waren wir im Bett, danach gabs Frühstück und der Urlaub im tropischen Paradies konnte beginnen. Einziger Punkt auf der Tagesordnung waren die “Dunns River Falls”. So Wasserfälle die man entgegen der Strömung hochwandern kann. Recht amerikanisch organisiert mit einer Prise caribischer Improvisation. Es gibt Wasserschuhe zu kaufen, aber schon der Eintritt war uns eigentlich fast zu teuer. Wir probieren Barfuss auf eigene Gefahr. Die Guides sind auch alle barfuss und führen ihre Gruppen händchenhaltend im Gänsemarsch nach oben. Macht aber trotzdem irgendwie Spaß und anschliessend noch ein wenig chillen am Strand und mit dem Hochzeitsgesellschaftsbus wieder zurück zum Ferienhaus der Brauteltern. Gegen Abend reist ein großteil der Hochzeitsgäste ab und wir bleiben fast allein zurück, einzig ein Halbfranzose der auch Halbengländer ist, aber natürlich zumindest derzeit in Florida wohnt bleibt uns erhalten. Zum Abendessen fahren wir ins nächste Städchen. Jerk-Chicken ist wirklich lecker. Und die hiesigen Chips. Also die aus der Tüte. Aus Bananen und Kochbananen. Hmmm. Am nächsten Tag möchte meine Frau schnorcheln und der britische Franzose irgendwann Nachmittags Fussball gucken. Also ins nächste Luxus-Ressort für reiche Touristen. Die wollen uns nicht reinlassen (nur für Gäste, auch der Geldautomat da drin). Aber immerhin, wir dürfen bei nem Schnorchelladen anrufen. Da geht heut nichts – zu windig, zu viele Wellen, der ganze Sand ist aufgewirbelt, man würde nichts gehen. Also so zum nächsten Strand. Es ist ein wenig regnerisch und windig, bald schon gehen wir ins nächste Strandrestaurant. Die anderen haben Hunger. Wir beschliessen Hölen anschauen zu gehen.  Bei dem Wetter. Der Eintrittspreis ist doppelt so hoch wie im Reiseführer steht. Aber nur für Ausländer, einheimische zahlen nur die Hälfte. Wir auch: “He, wie schauts mit Rabatt aus?” “Nur für einheimische. Ich muss nen Ausweis sehen.” “Wir besuchen Freunde und sind für ne Hochzeit einheimischer hergekommen. Wir sind praktisch einheimisch.” “Na gut, aber macht schnell, bevor die anderen Touristen was merken.” Da merkt man schon die Erfahrungen aus Afrika, die in uns allen dreien stecken. Hier ist ja ein Großteil der Bevölkerung afrikanischer Herkunft und auch sehr afrikaorientiert (vielleicht ähnlich wie Mitteleuropa vor dem Fall des Eisernen Vorhangs amerikaorientiert war), aber wir drei weißen Touristen sind irgendwie doch afrikanischer… Die Höhlen waren super. Und der Führer auch, eine perfekte Mischung aus National Geographic und caribischem Entertainment. Anschliessend nimmt der französische Brite ein Taxi in die nächste Sportsbar, Fußball gucken (das Taxisystem ist hier auch wie in Togo, eher so wie bei uns die Busse, nur sehr viel häufiger). Wir haben uns nochmal den Luxus-Resort-Eingang vorgenommen um den Tauchladen anzurufen. Das Wetter war inzwischen besser geworden fand meine Frau. Der Tauchladen aber nicht. Aber wir fanden heraus, dass er direkt neben der Sportsbar lag und liefen also zu unserem britischen Franzosen. Nette Wanderung in praller Sonne an der Hauptstraße. Unterwegs gabs ne Tankstelle zum auftanken. Und in der Bar, die sich als wirklich hübsche Strandbar herausstellte erstmal ein Bier. Wir verbrachten den Rest des Tages dort, machten mit dem Tauchladen lose nen Termin für übermorgen (je nach Wetter) und bestellten Abendessen. Taxi, heim. Am nächsten Tag hat uns unser Begleiter verlassen und der von den verbleibenden hat sich der arbeitende Teil durchgesetzt und “chillaxen” (neues Wort aus Amerika) zum Tagesmotto gemacht. Pool. Mittagsschlaf. Pool. Nachtschlaf. Irgendwann (als ich schlief) telefonierte meine Frau mit dem Schnorchelladen und so mussten wir am nächsten Morgen los. Und da Schnorcheln doch irgendwie albern ist liessen wir uns die Flaschen aufschnallen…

(Fortsetung und Bilder folgen)