Kategorie-Archiv: Allgemein

Kanada

Gar kürzlich erst, also als noch Sommer war und ich absolut gar keine Zeit zum Blog schreiben hatte war ich in Kanada. Aus beruflichen Gründen. Das ist prinzipiell langweilig, aber wenn man schonmal in Kanada weilt kann man ja noch ein paar Tage anhängen. Aber zunächst muss man natürlich hinkommen. Das hat auch ganz gut geklappt. Ich durfte mal Economy-Plus ausprobieren, aber bis auf den größeren Bildschirm ist das ziemlich albern. Für Flugzeugessen braucht man kein Metallbesteck und was soll ich schon mit mehr Platz? Aber größere Bildschirme sind schon gut. Die Kanadische Einwanderungsbehörde hat mich noch ein wenig fröhlich verhöhrt (mein Einreiselaufzettel war am Ende ziemlich bunt) und schon war ich praktisch da und konnte aus meinem Hotelzimmer gucken:

Kanada

Ein wenig später sah es so aus:

Kanada
Kanada

Im unteren Bild rechts die Türmchen im Hintergrund schweben über der Kanadischen Regierung. Glaube ich. Oder zumindest in direkter Nachbarschaft.

Abends haben dann noch die Foo Fighters auf dem Ottawa Blues Fest gespielt. Praktisch in sichtweite vom Hotel. Äusserst praktisch, wenn auch musikalisch nicht so ganz überzeugend. Neben uns standen natürlich Deutsche im Gedränge.

Nachdem ich fertig war mit Arbeiten hab ich mir erstmal nen Mietwagen gebucht. Nen günstigen hab ich mir gedacht. Den günstigsten hab ich dann genommen:
Kanada

Aus der Tiefgarage herauszukommen fand ich erstmal ein wenig unangenehm. Und Stadtverkehr. Danach gings aber. Prima Auto und super Motor. Leider brauche ich keinen PickUp. Und noch leiderer gibts den Motor nicht im Konzernbruder Astra mit Heckantrieb… Zum Doppelkabinenpickup muss ich denk ich weiter nicht viel sagen, das kann man wollen, muss man aber nicht. Aber der Motor, hab ich schon erwähnt, dass ich begeistert war von dem Motor? Das Ding wiegt ja rund zweieinhalb Tonnen und hat nen Luftwiederstand von ner Schrankwand. Und hatte nur den mittleren Motor mit 5.3 Liter Hubraum. Und trotzdem beschleunigt das Ding wie ein Audi A4 mit 3L-Turbomotor oder nen 50 PS Motorrad. Unter 7 Sekunden auf 100. Da beschleunigen dann auch die Mundwinkel nach oben. Bei mir hat er ne Sekunde länger gebraucht. Aber ich hab auch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Z.B. den Allrad. Macht mehr Spaß und geht bei Audi nicht. Und beim Überholen. Mal kurz aufs Gas getreten und schon stehen 140 statt der 80 auf der Uhr. Und schwarze Striche, wann immer man will… Und dann das allerbeste, die Karre ist nichtmal versoffen. 10.5 Liter hab ich im Durchschnitt verbraucht. Und überland auch mal 8,5 auf 100km. Bei zugegenermaßen schon recht zurückhaltender Fahrweise. Gegenüber meinem letzten V8 mit ähnlichen Abmessungen aus den 90ern sind das doch 6 Liter Ersparnis (der europäische Kompaktwagen mit Eco im Namen den wir kürzlich gemietet hatten brauchte im Gegensatz dazu genau so viel wie sein Pendant aus den 90ern). Lassen wir es dabei bewenden, auch wenn das Autochen fast das interessanteste der Reise war. Mit dem Autochen bin ich dann nach Westen und hab dann auch irgendwo im Autochen gepennt. Eigentlich wollte ich auf der Ladefläche schlafen, aber Mücken. Am nächsten Tag bin ich dann von Norden her in den Algonquin Provincial Park. Relativ teuer und lohnt sich nicht so richtig. Wie die ganze Route nördlich am Park vorbei (solltet ihr jemals in der Gegend sein lieber weiter südlich durch den Park fahren). Dort hab ich mir den Brent Crater angeschaut:

Kanada
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Schaut ganz hübsch aus, oder? Und ihr seht nur etwa 5%. Die anderen 95% waren Mücken. Kleine Mücken, große Mücken… Alles da. Immerhin keine mit Malaria.

In der Gegend gibts vor allem Wald und Seen:

Kanada
Kanada
Kanada

Hübsche Seen, kleine Seen und große Seen gab es auch. Ich bin weiter gefahren an den Lake Nipissing. Das ist ein bisschen schwer sich das Ding vorzustellen. Ungefähr wie ein Meer, nur mit Süßwasser. Und auch das ist im Regionalvergleich nur ein mittlerer See. Ich habe gerade nochmal nachgeschaut, fast doppelt so groß wie der Obersee des Bodensees. Und dabei durchschnittlich nur 4.5m tief. Also eigentlich doch nur ne Pfütze…

Kanada

Verkehrsschilder gab es in Kanada auch:

Kanada

Und Züge. Und Brücken:

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Nordamerikanische Güterzüge finde ich nach wie vor sehr beeindruckend. Die Personenzüge warens auch mal. Damals, als die Dampfloks noch 200 gefahren sind… Das war dann schon am Lake Huron. Der ist dann etwa 100 mal so groß wie der Bodensee. Inkl. Untersee.

Kanada
Und nochmal die Brücke:

Kanada

Vertrauenserweckend. Insbesondere wenn man weiß, dass jede der drei Loks auf dem Bild weiter oben 130 Tonnen wiegt… Auf dem (Rück-)weg bin ich dann noch durch Huntsville gekommen. Ein Städtchen mitten im Nirgendwo, Freitag Abends. Da war richtig was los. Das war schön. Hatte ich doch seit Tagen keine Menschen mehr außerhalb von Autos und WalMarts gesehen. Richtig nette “Altstadt” am Flüsschen. Ich hab mir ein Eis gekauft.

Und noch ein paar Eindrücke aus dem Algonquin Provincial Park, auf der weitaus schöneren Route im Süden:

Kanada
Kanada

Sicherheitshalber bin ich nicht mehr ausgestiegen… Und dann hab ich nochmal gebadet, das Auto abgegeben und rein in den Flieger… Würde ich nicht schon mehr von Kanada kennen würde ich da wohl nicht mehr hinwollen.

Eurobike 2018

Die Eurobike (bedeutenste Messe der Zweiradindustrie – aber mit abnehmender Bedeutung) kam dieses Jahr im neuen Gewand: Früher im Jahr (schon Anfang Juli) und nur noch für Fachbesucher – dafür noch langweiliger als jemals zuvor. Alles nur noch E-Bikes. Naja, nicht ganz alles, aber man musste schon suchen für interessante Sachen. Und so war das Highlight – wie übrigens jedes Jahr – bekannte Gesichter zu sehen:

Interessante Fahrräder gab es vor allem für das Transportgewerbe.
Knicklenker:
Knicklenker
Sattelzug:
Sattelzug
Und natürlich Alex (Portus) grandioses Trailbaugerät (mit Grill und Kaffeemaschine):
Portus Trailbausupportrad

Und dann stand da noch der Beweis rum, dass aus Großbritannien nach wie vor die besten Autos der Welt kommen. Ich weiß zwar nicht was das da zu suchen hatte, aber egal:
Morgan Threewheeler

Finale Ligure zum 234ten

Alle die den Text eines Finale-Ligure-Blogeintrags noch nicht kennen können ja mal in der Vergangenheit blättern. Ansosnten war es diesmal ungefähr wie immer, aber ganz besonders schön.

Mountainbiken bei schlechtem Wetter mit mir bekannten Menschen die zufällig auch da waren:
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Wobei, der Hagel war neu, den habe ich dort noch nie erlebt. War aber auch ein kurzes Vergnügen.

Aufwachen, Frühstück und Mountainbiken bei gutem Wetter:
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018

Meinen Handschuhen schien es auch zu gefallen…
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018
Finale Ligure April 2018

Und schliesslich noch Biken bei mittelgutem Wetter und wieder nach Hause fahren.
Finale Ligure April 2018

Der Stau auf dem Rückweg war auch neu. Und überhaupt ist da inzwischen alles viel mehr Mountainbike als früher. Ich glaub ich muss mir ein neues Early-Adopter-Mountainbikeparadies suchen.

Nette Tour

Im Zuge des Versuchs meine Verkehrsmittlwahl zu optimieren bin ich auf Motorräder gestoßen. Damit ist es möglich gesteigerten Fahrspaß (hoffte ich) mit geringerem Verbrauch zu kombinieren. Beim Versuch den Motorradführerschein zu machen bin ich allerdings gescheitert, aber die Führerscheinklasse A1 (also für 125er) ist dabei herausgesprungen. Gut für die Umwelt, weniger für den Fahrspaß. Im Januar hat dann der Gebrauchtmotorradmarkt das von mir bevorzugte Modell (hässlich wie die Nacht aber laut Testberichten auch für grosse Menschen geeignet) ausgespuckt und die letzte Woche war ja schon fast Frühling. Zeit also für einen ausführlichen Test…
Wichtig ist es vorher den Wetterbericht anzuschauen. Am besten mehrere Quellen. Und dann den mit dem schönsten Wetter auswählen. Das führt vielleicht gelegentlich dazu, dass man ein wenig friert, aber man erlebt einfach mehr!
Also Sachen gepackt, dich angezogen, noch ein paar Sachen gepackt und losgefahren. Auf die Autobahn Richtung Österreich. Andere Strecken mögen schöner sein, aber ich wollte vorwärts kommen und hier ist alles voll mit Dörfern, das macht keinen Spaß. Am Autobahnkreuz erstmal ein kleiner Schreck: Der LKW vor mir wirbelte einen Styroporblock auf – 50x25x10 cm. Hat schon einen kleinen Schlag gegeben als mein Motorrad den weggeboxt hat. Gott sei Dank musste ich nicht drüber fahren und hab das Ding auch nicht an den Lenker gekriegt…
In Österreich erstmal tanken. Und die zweite Vignette kaufen. Ich versteh das ja nicht, mit Autobahngebühren verursacht man vor allem mehr Verkehr auf anderen Straßen, dort will man Autos doch eher noch weniger haben. Dann auf Richtung Arlbergpass. An der vignettenpflichtigen Landstraße (Österreich ist – besonders im Osten – äußerst kreativ im Umgang mit Mautsystemen) stand ein Schild “Arlbergpass – Winterausrüstung erforderlich”. Und außerdem lag Schnee neben der Möchtegernautobahn. Und saukalt wars auch noch. Der Frühling war irgendwie verschwunden. Gut, Arlbergpass wird ausgelassen. Der Tunnel ist zwar teuer, aber immerhin warm. Schön warm…
Hinterm Tunnel dann abbiegen Richtung Reschenpass und erstmal ne Pause. Essen, trinken und mehr anziehen. Dort gings über eine Brücke:
Südtirol 03/18
Südtirol 03/18
Und als ich nach dem Ablegen der Handschuhe beschloss die Seite zu wechseln hätte mir der Wind doch fast den Handschuh in den Fluss geweht…
Südtirol 03/18
Das wäre spannend geworden.
Nach der Pause weiterfahren. Auf der Autobahn hat sich die kleine ganz gut gemacht. Habe ich mich anfangs noch hinter nem LKW eingeordnet und mich dessen Geschwindigkeit angepasst so wurde ich später mutiger. 125 km/h (nach Tacho) schafft das Ding wenn ich mich hinter der Verkleidung verschanze. Da ist der Motor dann aber bei 12.000 Umdrehungen. 100 km/h fühlt sich angenehmer an und lässt sich auch gut auf Dauer fahren. Zum Beispiel den Berg hinauf, Richtung Reschenpass. Ein beiger Porsche ist erst hinter, dann vor mir, aber nicht wirklich schneller. Yay, ich fahr Porsche-Tempo! Mit 11 kW. Ich wundere mich darüber wer seinen Porsche in beige bestellt. Immerhin besser als grau oder silber. Aber trotzdem. Bäh. Ich glaube die Neuwagenkäufer von heute werden als Beispiel schlechten Geschmacks in die Geschichte eingehen. Und das nicht nur wegen den Farben…
Weiter gehts durch Nauders, die Skilifte laufen. Irgendwie seltsam mit dem Moped zwischen Skifahrern hindurchzufahren. Es beginnt zu schneien, aber nur ganz leicht. Die Straßen bleiben schwarz. Angenehm. Also nicht so richtig. Es war saukalt. Also richtig saukalt. Brr. Am Reschensee dann eine Minimalpause gemacht. Für mehr als drei Fotos und fünf mal in die Luft springen wars zu kalt. Brr:
Südtirol 03/18
Südtirol 03/18
Dann weiter ins Vinschgau. Bergab wird es wärmer, der Schnee verschwindet und hinter mir wird ne G-Klasse im Rückspiegel immer grösser. Nen Geländewagen? Dabei fahr ich doch Porsche-Tempo. Das habe ich zum Anlass genommen die Kurvengeschwindigkeiten gemächlich zu erhöhen. So Passstraßen mit Kurven mit hohen Drehwinkeln sind ja prima dafür geeignet sich an seine Möglichkeiten heranzutasten. Das macht Spaß. Und im Tal war das Wetter zwar äußerst unfotogen, aber immerhin wärmer (nicht warm) und trocken. Ein SUV mit schweizer Nummernschildern überholt recht knapp. Ansonsten läufts gut in Italien. Irgendwann beginnt eine Schnellstraße. Ein großes verwirrendes Schild verbietet mir vermutlich die Einfahrt. Aber da das nur eine Vermutung ist und die Ausfahrt sowiso schon in der Vergangenheit liegt tarne ich mich einfach als richtiges Motorrad und überhol sogar ein bisschen (also auf der vierspurigen Straße, auf zweispurigen geht das mit 15 PS nicht so gut). Und Schwupdiwup, Bozen, nochmal abbiegen, nochmal abbiegen und schon bin ich bei Familie Teil 1. Dass die im Skiurlaub sind hätte mir verdeutlichen können dass es da kalt werden könnte. Wetterbericht gecheckt, Abendessen und von Abenteuern erzählen. Die der Anderen hatten aber tendentiell eher ne weiße Porzellanschüssel als Nebenprotagonisten wie die Ski…

Am nächsten Morgen halbwegs zeitig los. Der Wetterbericht hatte gesagt, dass es ab der Mittagszeit auf dem Brenner ungemütlich werden würde und auch vorher schon recht winterlich. Danach sollte es dann besser werden. Morgens hat das Wetter sich daran natürlich nicht mehr erinnert. Strahlender Sonnenschein. Unter meinen 200 Schichten (na gut es waren nur 4) wars ganz schön warm bevor ich los fuhr. Im Tal wurde ich erstmal von “Polizia” angehalten. “Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!” “Gerne, braucht aber ein bisschen!” Getuschel auf Italienisch. “Ist das echt ne 125er?” “Ja.” Getuschel auf Italienisch. “Sie sind in Deutschland geboren?” “Ja.” “Ok, schönen Tag noch!” Nette Typen. Und wie auch in anderen Ländern macht die Polizei auch in Italien gerne Fahrzeugkontrollen wenn das Wetter schön ist. Ich beobachte das (hier) schon länger. Danach rauf auf den Brenner. Es war nach 12. Strahlender Sonnenschein und runter nach Innsbruck auf der alten Brennerstraße. Schöne Kurven und vorbei an der Skischanze. Schnell das Inntal durchquert und drüben wieder hoch. Der Zirler Berg ist lang und steil. Ein LKW macht Stau. Der fährt so langsam, dass ich im 1. Gang mit Standgas schneller bin. Ich beschliesse also das Überholverbot nicht auf einspurige Fahrzeuge anzuwenden und demonstriere den anwesenden Verkehrsteilnehmern mit hohen Drehzahlen und den entsprechenden akustischen Ergüssen dass sie gerade von einem Kleinkraftrad überholt werden.
Oben kam dann bald Deutschland. Die alte Heimat. Schon erstaunlich wie sich die Straßen und der Verkehr von anderen Gegenden unterscheiden. Die Besiedelung ist deutlich dünner und es würd spürbar zügiger gefahren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit steigt auf das Niveau der zuvor befahrenen Autobahnen. Das Wetterniveau steigt allerdings nicht. In Garmisch kriege ich sogar ein paar Regentropfen ab. Der Ettaler Berg, den ich danach “erklimme” ist allerdings wieder trocken. Macht auch einfach mehr Spaß. Kurz vor Oberammergau fängts dann aber richtig zu regnen an. Ich will in Unterammergau anhalten um mich weiter anzuziehen. Da ist der Regen dann aber schon wieder vorbei. Prima. Noch besser. Und kurz später bin ich bei Familie Teil 2. Die Sonne scheint…
Südtirol 03/18
Südtirol 03/18
Gut, oder?
Der Wetterbericht sagt, dass ich lieber am nächsten wie am übernächsten Tat weitersollte. Am morgen nutze ich den Sonnenschein noch um meiner Schwester Motorradfahren beizubringen. Als es anfängt zuzuziehen und nach Regen ausschaut beschliesse ich dann aber die Abfahrt geringfügig vor zu verlegen. Mit den Wolken kommt feuchte und gefühlte Kälte. Brrr. Ansosnten passiert nichts berichtenswertes. Bis Bregenz. Dort will ich noch ein paar Österreichische Spezialitäten einkaufen – da mir aber nicht mehr einfällt was Österreichische Spezialitäten sind kaufe ich Tiefkühlpizza und Radler. Beim Einladen bricht dann allerdings des Koffers Schloss. Mist. Wer günstig kauft… Achnee, der war ja beim Motorrad dabei, den hab ich ja gar nicht gekauft. Also kauf ich noch ne Rolle Klebeband und weiter gehts. Am Bodensee ist es spürbar wärmer, aber noch immer ungemütlich. Und es sieht nach Regen aus:
Südtirol 03/18
Das Wasser hat bei derartigen Wetterbedingungen immer eine wunderschöne Farbe (die man auf Bildern nicht sieht):
Südtirol 03/18
Südtirol 03/18

Und schon sind wir wieder da. 15 Stunden gefahren, 850 km zurückgelegt. 20 Minuten später war die Straße nass… Den morgigen Tag habe ich auch schon geplant. Mein Plan umfasst viele warme Decken und mein Bett. Nicht mehr.

Ne 125er geht gut. So lange man nicht überholen mag…

P.S.: Ich kann nicht mehr schreiben, oder? Ich muss das erstmal wieder lernen…

Nachtrag von 3 Stunden später: Es schneit.

Do it yourself – Teil 1: Lautsprecher

Selbermachen find ich gut. Da weiß man hinterher wer Schuld ist… Außerdem ist man in der Lage seine Vorstellungen und Ideen einzusetzen und hat die Möglichkeit sich immer wieder herauszufordern.

Lautsprecher. Damit die Herausforderung nicht zu groß wird fängt man am besten mit einem Bausatz an. Der enthält in der Regel alles was man braucht – außer das Gehäuse. Das Gehäuse darf man selberbauen. Aktuell hab ich zum Beispiel den Bausatz Mona 2.1 von ADW ausgesucht. Der sollte für den angedachten Einsatzzweck passen, die Rezensionen sind gut und günstig ist er auch…

Bestellt, netter Kontakt bei dem Laden (Antwortet schnell auf Fragen), bisschen warten, Paket abholen, Paket auspacken, alles anschauen, Lautsprecherchassis streicheln, Subwoofer bauen, Sattelit Nummer 1 bauen… Moment, eigentlich könnte ich ja ein paar Fotos davon machen und einen Blockeintrag schreiben. Und hier sind wir. So ein Lautsprechergehäuse, da fängt man erstmal mit einem Brett an. Und damit es nicht ganz so einfach ist fräsen wir erstmal ne Tasche rein:

ADW Mona 2.1Fräsen ist immer gut. Fräsen macht Spaß. Und sinnvoll ist es natürlich auch. Der erfahrene Lautsprecherbauer wird einwänden, dass das hier nicht so optimal ist, da mehr Gewicht immer besser ist, weil dann weniger schwingt. Gut kann man sagen. So ists aber leichter, der nächste Umzug kommt bestimmt und der Lautsprecher hat mehr Volumen. Nebensächlich wird der Herr einwenden. Gut, konstruktive Änderung: ADW Mona 2.1

Machen wir eben Streben rein. Hohe Steifigkeit bei gleichzeitig verringertem Gewicht, mehr Innenvolumen und einer ungleichmässigen Oberfläche zur Vermeidung von stehenden Wellen im Gehäuse. Da sagt er nichts mehr, der Werte Herr. Lautsprecher bauen ist eine ernste Angelegenheit!

ADW Mona 2.1

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass die Boxen gar nicht für mich sein werden?

ADW Mona 2.1

Nachdem vier Bretter mit ausserordentlich wichtigen Taschen versehen sind könnte man ja mal was anderes machen damit es nicht langweilig wird. Wie wärs mit ein wenig Leim?

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Während der Leim trocknet machen wir dann doch nochmal ein Brett:

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Das wird die Schallwand. Das ist das vordere Brett des Lautsprechers in dem die Lautsprecherchassis eingebaut werden. Für dieses ist auch die obere Ausfräsung. Um die so schön hinzukriegen haben wir erstmal nen neuen Fräszirkel gebaut. Und weil der Fräszirkel gerade so schön zirkelte ist dann doch noch ein Zyklopensmiley draus geworden.
Da der Leim der anderen vier Brettchen inzwischen getrocknet war bot es sich an direkt die Schallwand aufzuleimen:

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Die Ränder habe ich ganz bewusst überstehend gestaltet, da geh ich dann später nochmal mit nem Bündigfräser (eins meiner Lieblingswerkzeuge) drüber. Dann gibt das ne perfekte Kante. So ne Oberfräse ist schon was tolles. Fast so schön wie ne CNC-Fräse…

Während der Leim trocknet bereiten wir gleich noch die Rückwand vor:
ADW Mona 2.1

Ein Loch wo später das Terminal reinkommt (das ist das Teil wo man die Lautsprecherkabel anklemmt). Dafür braucht man eine Aufwändige Fräsung:

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Nicht ganz so ordentlich, aber hinten bin ich zu Faul mir da eine Vorrichtung zu bauen damit das Gerade wird. Eigentlich hätte es auch ein mehr oder weniger rundes Loch getan…

Anschliessend fahren wir mal eben mit dem Bündigfräser rund um die Schallwand. Und wenn wir schonmal dabei sind machen wir die Kanten auch gleich noch ein wenig rund:

ADW Mona 2.1

Hinten machen wir nicht nur die Kanten rund sondern fräsen auch noch eine Stufe ein:

ADW Mona 2.1

Da kann dann später die Rückwand rein:

ADW Mona 2.1
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Aber zunächst wird der Lautsprecher an den ich bereits die Kabel angelötet hab in die Schallwand eingebaut:

ADW Mona 2.1

Hinter den Lautsprecher kommt ein wenig Dämmwatte:

ADW Mona 2.1

Und in die Rückwand kommt das Terminal:
ADW Mona 2.1
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Am Terminal werden noch ein paar elektrische Bauteile angelötet. Diese Dämmen ein wenig die hohen Frequenzen bei denen unser eingebauter Breitbandlautsprecher ein paar Resonanzen hat. Klingt dann hinterher besser. Das ist der große Vorteil wenn man nen Lautsprecherbausatz kauft. Da hat das schon jemand entwickelt und ausgemessen der einerseits Ahnung davon und andererseits das nötige Messequipment hat.

ADW Mona 2.1

Danach kann die Rückwand eingebaut werden:

ADW Mona 2.1

Und schon sind wir fertig:

ADW Mona 2.1

Nein, natürlich noch nicht. Farbe fehlt noch. Aber die kommt erst wenn die Sonne wieder ein bisschen mehr bei der Gestaltung des Wetters mitredet und draußen malen erlaubt. Den zweiten Lautsprecher und den passenden Subwoofer gibt es natürlich auch noch, ich kann euch nur leider kein Foto von ihrem natürlichen Habitat machen. Da würde man Sachen sehen…

Aber eigentlich kommts ja auch auf was anderes an. Wie klingts fragt ihr euch sicherlich. Nun, zunächst bin ich echt erschrocken. Bäh. Das klang richtig schlecht. Eher so dumpf und gar nicht schön. Aber neue Lautsprecher brauchen manchmal ein wenig um sich einzuspielen. Da muss der Gummi der Sicke erstmal ein wenig durchgeknetet werden und hier und da müssen sich die Materialien wohl nochmal schnell auf ihren neuen Einsatzzweck vorbereiten. Und seitdem sie das hinter sich gebracht haben ist es gar nicht mehr dumpf, ganz im Gegenteil. Alles da. Alles Prima. Ausführliche Klangbeschreibungen zu den Dingern mit allerlei Vokabeln die ihr nicht versteht findet ihr im Internet, die erspar ich euch. Kann ich auch gar nciht…

New Orleans

Die halbe Nacht gefahren, kurz geschlafen, früh aufgestanden und weitergefahren. Nur um kaum zu spät bei Jake, bzw. Dan (ja, jetzt ist eure Allgemeinbildung gefragt) zum Brunch zu sein. War Lecker, und mit Live-Gospelmusik. Yeah. Anschliessend noch ne Packung Kaffee vom Aerosmith-Drummer (also seiner Marke, nicht ihm persöhnlich) bekommen, weil unsere Merchandise-Rechnung so gewaltig war. Jetzt erstmal Chillen und dann kommt der Rest der Stadt dran…

Atlanta

Da Martin Luther King Jr. aus Atlanta kam beschlossen wir relativ spontan hier mal kurz anzuhalten. Man kann sein Geburtshaus und seine Kirche (auch er war Prediger) besichtigen und sich von der Geschichte bewegen lassen. Ein bewundernswerter Mann! Könnt ihr mal auf Wikipedia nachlesen. Und es gibt die Pfirsichbaumstraße. Da ist so einiges los und man kann lecker essen und dabei das Geschehen beobachten. Beispielsweise Knoblauch-Pommes (Pommes die nach dem Fritieren mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie mariniert werden) mit nem Burger im Brauhaus. Mjam!

Washington D.C.

Die Häuser sind kleiner, es sind weniger Menschen und bis auf die identisch lauten allgegenwärtigen Hubschrauber ist es auch leiser als New York. Donald lässt einen nicht rein zum Händewaschen… Stellt euch ein spiessiges Kleinstädtchen vor, fügt ein protziges Regierungsviertel hinzu. Fertig ist Washington.

New York

New York. Häuser. Viele Häuser. Viele hohe Häuser. Und Menschen. Alles voller Menschen. Und laut, die Subway, die Straßen alles laut. Und die UNO. Und wir waren beim Donald zu Hause und ich bin unserer einzigen mir bekannten gemeinsamen Vorliebe nachgegangen: Hände waschen.